Politik
Samstag, 28. April 2007

Abdullah Gül: Lächeln als Markenzeichen

In schwierigen Verhandlungsmomenten mit der EU hat man ihn schon wütend und mit hochrotem Kopf gesehen. Im allgemeinen zeigt Abdullah Gül (56) der Welt jedoch ein verbindliches Lächeln - unter einem bauschigen Schnauzbart.

Der türkische Noch-Außenminister gilt als treuer Gefolgsmann seines um drei Jahre jüngeren "Chefs", Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Erste politische Erfahrungen sammelten beide in der später verbotenen islamistischen Wohlfahrtspartei RP, für die Gül erstmals 1991 als Abgeordneter seiner zentralanatolischen Heimatstadt Kayseri ins Parlament gewählt wurde.

Als sich ein Scheitern der Partei abzeichnete und der RP-Vorsitzende Necmettin Erbakan als erster islamistischer Ministerpräsident der Türkei vom Militär aus dem Amt gejagt wurde, schloss sich Gül den "Erneuerern" an. Wie Erdogan gehörte er im August 2001 zu den Gründungsmitgliedern der Gerechtigkeits-und Entwicklungspartei AKP, die sich nicht wie ihre Vorgänger als islamisch, sondern als demokratisch und konservativ definierte.

Gül, verheiratet und Vater von drei Kindern, gilt als weltgewandt. Er spricht - anders als Erdogan - fließend Englisch. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler hielt sich als Doktorand für zwei Jahre in England auf. Bis zu seinem Eintritt in die Politik arbeitete er zwischen 1983 und 1991 als Wirtschaftsexperte für die Islamische Entwicklungsbank (IDB) im saudi-arabischen Dschidda.

Quelle: n-tv.de