Politik
Montag, 21. November 2005

Merkels rechte Hand: Volker Kauder im Porträt

Das Amt des Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat Volker Kauder nicht angestrebt. Der 56-Jährige wäre wohl lieber Kanzleramtsminister geworden, wenn er es sich hätte aussuchen können.

Die künftige Kanzlerin Angela Merkel, die selbst seit 2002 die Fraktion führte, braucht aber den CDU-Politiker auf dem Posten. Schon als die Union im Wahlkampf noch mit einem Sieg gemeinsam mit der FDP rechnete, hatte sie Kauder überredet, sich an die Spitze der Unions-Abgeordneten zu stellen. Kauder ist einer der wenigen, dem sie absolut vertraut. Einer, dem sie zutraut, die Fraktion zusammen und ihr damit den Rücken frei zu halten.

Nun, da es für die Union "nur" zur großen Koalition gereicht hat, kommt es auf den Fraktionschef noch mehr an. Kauder hat wohl auch schon ein wenig im Geschichtsbuch geblättert und nachgeschlagen, wie einst von 1966 an insbesondere Rainer Barzel (CDU) und Helmut Schmidt (SPD) an den Fraktionsspitzen die große Koalition am Laufen gehalten hatten. "Es wird ein anstrengendes Geschäft, aber es wird auch ein interessantes Geschäft werden. Aber ich bin ja nicht der erste, der die Fraktion führen wird."

Kauder besitzt Autorität in der Fraktion. Er ist schon seit 15 Jahren im Bundestag und war lange Vorsitzender der einflussreichen baden-württembergischen CDU-Landesgruppe. Und so sieht er für sich auch nicht die Rolle eines Herbert Wehners kommen, der die SPD-Fraktion über Jahre mit eiserner Hand regierte: "Ich glaube nicht, dass die Unions-Fraktion einen Zuchtmeister braucht."

An fröhlichem Selbstbewusstsein fehlt es Kauder nicht, genauso wenig wie an Arbeitseifer und Elan. Über ein Jahrzehnt war er zusätzlich zur Bundestagsarbeit der treue Knappe von Baden-Württembergs langjährigem Ministerpräsidenten Erwin Teufel. Mit Kauder als Generalsekretär gewann Teufel zuletzt 2001 im "Ländle". Unter Merkel wurde er erst Parlamentarischer Geschäftsführer und dann mit Jahresbeginn CDU-Generalsekretär.

Quelle: n-tv.de