Dossier

Die Pflegereform Wichtige Eckpunkte

Die Spitzen der großen Koalition haben sich auf eine Pflegereform geeinigt. Die wichtigsten Elemente im Überblick:

Finanzierung

Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt zum 1. Juli 2008 um 0,25 Punkte auf 1,95 Prozent des Bruttolohns. Der Betrag soll ausreichen, die Versicherungsleistungen bis 2014/15 zu finanzieren. Im Gegenzug sinkt zum 1. Januar 2008 der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung um 0,3 Punkte auf 3,9 Prozent.

Ambulante Versorgung

In Pflegestützpunkten sollen sich pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörige künftig an ihrem Wohnort Rat und Hilfe holen können. Ihre Ansprechpartner sind Fallmanager, die maximal 100 Personen betreuen sollen. Bewohner ambulant betreuter Wohneinrichtungen können ihnen zustehende Leistungen künftig gemeinsam abrufen.

Leistungen

Die Beträge für ambulante Sachleistungen werden bis 2012 schrittweise angehoben: In der Pflegestufe I von 384 auf 450 Euro, in der Stufe II von 921 auf 1100 Euro und in der Stufe III von 1432 auf 1550 Euro im Monat. Das Pflegegeld steigt in Stufe I von 205 auf 235 Euro, in Stufe II von 410 auf 440 Euro und in Stufe drei von 665 auf 700 Euro. Die stationären Beträge bleiben in den Stufen I und II zunächst unverändert. In der Stufe III steigen sie schrittweise von 1432 auf 1550 Euro im Jahr 2012.

Der zusätzliche Betrag für Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, also vor allem Demenzkranke, steigt von 460 auf bis zu 2400 Euro im Jahr. Er kann auch abgerufen werden, wenn noch kein erheblicher Bedarf für Körperpflege besteht. Ausgebaut wird auch der Anspruch auf Tagespflege.

Die Leistungen der Pflegeversicherungen werden künftig in einem dreijährigen Rhythmus angepasst, erstmals im Jahr 2015.

Pflegezeit

Angehörige bekommen für sechs Monate einen Anspruch auf unbezahlte Freistellung von der Arbeit mit Rückkehrmöglichkeit. Ausgenommen sind Betriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern. Zudem wird ein unbezahlter kurzfristiger Freistellungsanspruch von der Arbeit bis zu zehn Tagen geschaffen. Ein kurzzeitiger Anspruch auf Krankengeld für maximal zehn Tage, wie von der SPD geplant, wurde von der Union abgelehnt.

Prävention und Rehabilitation

Heime, denen es gelingt, einen Bedürftigen in eine niedrigere Stufe zu bringen, erhalten dafür einmalig 1536 Euro.

Kooperation

Die Pflegekassen sollen darauf hinwirken, dass stationäre Einrichtungen Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten eingehen oder eigene Heimärzte einstellen. Die Pflegekassen dürfen künftig private Pflege-Zusatzversicherungen vermitteln.

Helfer

Bürger, die sich in ihrer Stadt zum Beispiel in Betreuungsgruppen für Demenzkranke einsetzen, sollen gefördert werden. Kosten etwa für Schulungen können erstattet werden.

Quelle: ntv.de

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