Person der Woche

Person der Woche: Tsai Ing-wen Drei Nachrichten, die Hoffnung machen

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Inmitten der Katastrophenstimmung werden gute Nachrichten gerne übersehen. Dabei zeigen einige überraschende Fakten an, dass es ziemlich bald Licht am Ende des Tunnels geben könnte.

Wer bei der Corona-Pandemie wissen will, was auf Deutschland wirklich zukommt und wie lange alles dauern kann, muss nach Asien schauen. China ist etwa drei Monate vor der Entwicklung hierzulande. Und aus China kommen inzwischen täglich hoffnungsfrohe Nachrichten.

Seit Anfang März geht die Zahl der Neuinfektionen rapide zurück. Inzwischen erkranken nur noch Einzelne. Auch wenn man den offiziellen Zahlen der chinesischen Regierung nicht ganz trauen kann, so scheint - auch nach den Berichten von Regimekritikern - das Schlimmste tatsächlich vorbei.

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Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen: "Habt keine exzessive Panik!"

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach und nach normalisiert sich das Alltagsleben, Quarantänen werden aufgehoben, in Läden und Restaurants kehrt neues Leben ein, Starbucks und Apple öffnen ihre Ketten wieder, die Industrieproduktion wird hochgefahren. So meldet auch Volkswagen, dass bis auf zwei der insgesamt 33 Werke im Land wieder alle Fabriken produzieren. "Wenn sich das so fortsetzt, sind wir vorsichtig optimistisch, dass wir im Juni oder Juli wieder auf Vorjahresniveau sind", hieß es beim größten deutschen Autobauer aus seinem wichtigsten Markt. Chinas Staatschef XI Jinping erklärt, man habe die Epidemie "im Wesentlichen eingedämmt". Es sei "das Blatt gewendet".

Nur vier Monate?

Damit keimt die Hoffnung, dass die Epidemie zwar grausam verläuft, aber am Ende doch nur vier Monate dauern dürfte. Ein Ende scheint jedenfalls absehbar. Für Deutschland würde das bei ähnlicher Entwicklung bedeuten, dass im Juni das Schlimmste überwunden sein könnte und sich Leben wie Wirtschaft im Sommer wieder normalisieren.

Der Epidemiologe Zhong Nanshan, der das Sars-Virus im Jahr 2003 entdeckt und sich den Ruf eines furchtlosen Streiters für die Wahrheit erworben hat, erwartet, dass die Pandemie auch in Europa im Juni überstanden sein könnte. Voraussetzung sei aber, dass sich alle Länder wie China zur Virus-Bekämpfung mobilisierten, um Infektionsketten systematisch zu unterbrechen.

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Da man der propagandistischen Informationspolitik Chinas nur bedingt glauben kann, hilft zur Beurteilung der optimistischen Perspektive ein zweiter Blick in die Nachbarstaaten Südkorea und Taiwan. Auch hier entwickelt sich die Pandemie-Lage viel besser als befürchtet. Die beiden demokratischen Staaten zeigen, dass auch freie Länder das neuartige Coronavirus sehr erfolgreich eindämmen können. Beide Länder kommen zusammen auf 8200 Infizierte, aber nur auf 76 Todesfälle, obwohl die Krankheit dort früh im Jahr bereits ausgebrochen war. Inzwischen ist die Zahl der täglich erfassten Corona-Infektionen in Südkorea auf unter 100 gesunken. Todesfälle werden kaum mehr gemeldet.

Beide Länder haben sehr schnell und entschieden reagiert. Mit massenhaften Fiebermessungen und weiträumigen Tests wurde das Virus minutiös verfolgt. Mit einer konsequenten und zielgenauen Abschottung wurde die Ausbreitung gehemmt; mit einer modernen medizinischen Versorgung konnten die Todesfallzahlen klein gehalten werden.

Ein Hoffnungsschimmer kommt aus Deutschland

Wie Singapur und Hongkong haben auch Taiwan und Südkorea unter den tödlicheren Coronavirus-Epidemien Sars im Jahr 2003 und Mers im Jahr 2015 gelitten. Aus diesen Epidemien haben die Länder Südostasiens gelernt: Krisenpläne, schnelle, digital genutzte Detail-Informationen, rasche Abschottungen und große Testkapazitäten sind Schlüssel zum Erfolg.

Taiwans Regierung hat sogar Apps auf den Markt gebracht, die den Menschen in Echtzeit die Lagerbestände von Atemmasken in nahe gelegenen Geschäften anzeigt. Bis heute ist in Südkorea, Hongkong, Singapur und Taiwan die Corona-Epidemie relativ erstaunlich glimpflich verlaufen - und eher vergleichbar mit einer größeren Grippe-Epidemie in Europa, etwa die von 2018. Auch diese Nachrichtenlage bedeutet für Europa ein Zeichen der Hoffnung. Denn die zeitliche Abfolge zeigt hier ebenfalls, dass man nach drei, vier Monaten das Schlimmste überstanden hat. Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen ruft der Weltöffentlichkeit darum auch zu: "Habt keine exzessive Panik!"

Das dritte Hoffnungszeichen kommt aus Deutschland selbst: Offensichtlich gelingt es der Bundesrepublik bislang, die allermeisten Erkrankten zu kurieren. Bislang sind hierzulande 7241 Fälle offiziell gemeldet, doch nur 15 Menschen sind an den Folgen der Viruserkrankung gestorben. Sie waren im Schnitt 80 Jahre alt. In Deutschland hat die Infektion also eine Letalität von nur 0,2 Prozent. Damit liegt die Sterberate im Bereich von saisonalen Grippewellen - und weit unter den global registrierten 3,9 Prozent.

Deutschland profitiert offenbar von seinem außergewöhnlich guten Gesundheitssystem, insbesondere bei Intensivstationen. Diese sind für die Behandlung der Corona-Kranken besonders wichtig. So verfügt die Bundesrepublik über 29 Intensivstations-Betten pro 100.000 Einwohnern. Italien hat dagegen nur 12,5 Betten zur intensivmedizinischen Versorgung, Frankreich 11,6 und Portugal zählt lediglich 4,2 lebensrettende Betten pro 100.000 Einwohner. Auch verglichen mit den dürftigen 6,6 Intensivbetten in Großbritannien ist Deutschland also mehr als viermal so gut gerüstet wie die Briten.

Quelle: ntv.de