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Professionelle Zahnreinigung? Auch Putz-Experten schlampen

Regelmäßiges Putzen ist Pflicht für jeden, der seine Zähne lange behalten will. Doch hartnäckigen Belägen rückt man damit nicht zu Leibe. Hier hilft nur eine professionelle Zahnreinigung. Doch nicht immer sind dabei Profis am Werk, wie die Stiftung Warentest festgestellt hat.

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Nicht die Zahnzwischenräume vergessen!

(Foto: picture alliance / dpa)

Von allen zusätzlichen Gesundheitsleistungen, die Ärzte gegen Geld anbieten, gilt sie als die sinnvollste: die professionelle Zahnreinigung, kurz PZR. Mindestens zweimal im Jahr sollte man sein Gebiss einer Grundreinigung unterziehen – zusätzlich zum täglichen Zähneputzen natürlich. Kaum eine Zahnarztpraxis, die den Service nicht anbietet. Die Kosten liegen zwischen 50 und 150 Euro, je nach Aufwand und Praxis, manchmal werden sie von der Zahnzusatzversicherung übernommen oder von der Krankenkasse bezuschusst.

Eigentlich dürfen sich nur ausgebildete und qualifizierte Fachkräfte im Mund zu schaffen machen: Zahnärzte, Dentalhygieniker, Prophylaxeassistenten und zahnmedizinische Fachhelfer. Als die Stiftung Warentest unlängst stichprobenartig den Service prüfte, kamen allerdings Zweifel an der Kompetenz einiger Putzprofis auf.  Fünf Testpersonen ließen sich im Auftrag der Stiftung das Zähne und Zahnfleisch reinigen. In vier Fällen war immerhin die Zahnsteinentfernung erfolgreich. Oft blieb jedoch noch reichlich Plaque zurück, zumeist in den Zahnzwischenräumen. Dort wurde ohnehin ziemlich wenig geschrubbt, keiner der vermeintlichen Zahn-Experten nutzte Zahnseide oder Interdentalbürsten. Bei einer richtigen Zahnreinigung sollte das eigentlich selbstverständlich sein. Dafür machten die Fachmänner und –frauen großzügig Gebrauch von Pulverwasserstrahlgeräten. Die allerdings können bei falscher Anwendung Zahnoberflächen angreifen, das Risiko für Karies steigt. 

So geht's richtig

Wie genau eine professionelle Zahnreinigung auszusehen hat, ist in Deutschland nicht festgelegt. Folgende Schritte gehören aber auf jeden Fall dazu: Vor der eigentlichen Behandlung müssen Zähne und Zahnfleisch untersucht werden, um festzustellen, was genau zu tun ist – und was man sich sparen kann. Dann geht es an die mineralischen und die weichen Beläge, also Zahnstein und Plaque. Sie werden mit Ultraschallgeräten, Bürsten oder Handinstrumenten entfernt, gegebenenfalls auch unter dem Zahnfleisch. Auch die Zahnzwischenräume müssen mit Interdentalbürsten, Zahnseide oder Reinigungsbändern von Ablagerungen befreit werden.

Nach dem Grobschliff folgt der Feinschliff: Die Zähne werden poliert, damit es keine rauen Stellen gibt, die die Neubildung von Plaque und Zahnstein fördern. Hinterher fühlen sich die Zähne schön glatt an. Nun werden sie mit fluoridhaltigem Gel oder Lack behandelt. Das härtet den Zahnschmelz und schützt dadurch vor Bakterien. Zum Schluss sollte das individuelle Karies- und Parodontoserisiko eingeschätzt werden, einige Praxen bieten dafür Speicheltests an. Gerade bei Erstbehandlungen sollten die Fachkräfte auch auf die richtige Zahnpflege zu sprechen kommen. Denn auch mit falschem Putzen kann man seinen Zähnen genauso viel schaden wie mit gar nicht Putzen.

Drei der fünf von Warentest überprüften Putzprofis hätten mangels formaler Qualifikation eigentlich gar nicht ans Werk gehen dürfen. Wer an der Qualität der Zahnreinigung zweifelt, kann die Arbeit mit Färbetabletten aus der Apotheke überprüfen. Zahnfleischbluten und Schmerzen sind in gewissem Umfang nicht ungewöhnlich, spätestens nach einigen Tagen sollten sie aber verschwunden sein. Von der nächsten Zahnreinigung sollte man sich dadurch jedenfalls nicht abschrecken lassen. Die zehn Euro Praxisgebühr entfallen übrigens, da es sich um eine private Leistung handelt. Bis zum 19. Geburtstag wird die Behandlung aber auch von den Krankenkassen übernommen.  

Quelle: n-tv.de

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