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Gedankenlosigkeit mit Folgen Azubi haftet für Kopftreffer

Bei einem Arbeitsunfall, den ein Kollege verursacht, haftet nicht automatisch der Arbeitgeber. Laut Urteil des Bundesarbeitsgerichtes kommt es darauf an, ob die entscheidende Handlung zum Job gehört oder nicht.

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Auch jugendlicher Übermut schützt nicht vor Strafe.

(Foto: picture alliance / dpa)

Generell gilt: Wer einen Kollegen bei der Arbeit aus Versehen verletzt, haftet dafür nicht persönlich. Für entstandene Schäden steht vielmehr der Arbeitgeber ein. Das gilt aber nur, wenn der Mitarbeiter einen Kollegen während einer betrieblichen Tätigkeit verletzt. Ist das nicht der Fall, haftet der Angestellte in vollem Umfang. Das hat das Bundesarbeitsgericht entschieden und damit ein Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts bestätigt (Az.: 8 AZR 67/14).

In dem verhandelten Fall hatte ein Auszubildender, der in einer Kfz-Werkstatt angestellt war, geklagt. Er war bei der Arbeit von einem anderen Azubi schwer verletzt worden. Der verletzte Auszubildende war gerade mit dem Auswuchten von Autoreifen beschäftigt, als ihm der andere Auszubildende aus etwa 10 Metern Entfernung ohne Vorwarnung ein etwa 10 Gramm schweres Wuchtgewicht aus Aluminium an den Kopf warf.

Der Wurf erfolgte ohne Vorwarnung. Der Verletzte musste in der Folge mehrfach am Auge operiert werden. Außerdem bekam er eine künstliche Augenlinse. Seitdem leidet er an einer dauerhaften Sehverschlechterung. Der verletzte Auszubildende klagte auf 175.000 Euro Schmerzensgeld sowie eine monatliche Schmerzensgeldrente.

Die Richter gaben dem Azubi teilweise recht. Sie sprachen ihm 25.000 Euro Schmerzensgeld zu, nicht jedoch eine monatliche Rente. Die Richter waren überzeugt, dass der werfende Auszubildende seinen Kollegen fahrlässig verletzt habe. Er hätte wissen können und müssen, dass ein kraftvoller Wurf mit dem Gegenstand eine solche Verletzung hervorrufen könne. Das Herumwerfen von Wuchtgewichten in einem Kfz-Betrieb sei vielmehr dem persönlich-privaten Bereich zuzuordnen, für den ein Arbeitnehmer in vollem Umfang hafte.

Bei der Höhe des Schmerzensgeldes bestätigte das Bundesarbeitsgericht das Strafmaß der Vorinstanz. 

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Quelle: n-tv.de, awi

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