Ratgeber

Heute buchen, später zahlen BGH begrenzt Reise-Anzahlungen

Wer jetzt schon den nächsten Sommerurlaub bucht, muss zwar noch nicht den ganzen Reisepreis bezahlen, aber eine Anzahlung leisten. Strittig war bislang, was die Reiseveranstalter überhaupt verlangen dürfen. Jetzt gibt es Klarheit.

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Erst wenige Wochen vor Abreise wird der volle Preis fällig.

(Foto: imago stock&people)

Pauschalreisen werden oft schon Monate im Voraus gebucht und meistens muss dann auch schon angezahlt werden. Jetzt hat der Bundesgerichtshof den Reiseveranstaltern Grenzen gesetzt. Sie dürfen demnach für Pauschalreisen nur in Ausnahmefällen eine Anzahlung von mehr als einem Fünftel des Preises verlangen. "Bei 20 Prozent sollte Schluss ein", sagte der Vorsitzende Richter Peter Meier-Beck in Karlsruhe. Die Unternehmen können von ihren Kunden zwar unter Umständen höhere Anzahlungen verlangen. Sie müssten das dann aber sachlich rechtfertigen können, hieß es. (Az.: X ZR 85/12 u.a.)

In den vorliegenden Fällen klagten Verbraucherschutzverbände gegen TC Touristik, TUI und Urlaubstours. In den strittigen AGB waren teilweise Anzahlungen von 25, 30 oder sogar 40 Prozent der Reisekosten gefordert worden, abhängig von der verbleibenden Restzeit bis zum Urlaubsabtritt. Mehr als 20 Prozent dürften die Veranstalter aber nur in Ausnahmefällen verlangen, fand der BGH. Das könne etwa beim sogenannten Dynamic Packaging der Fall sein, wenn Anbieter individuelle Reisepakete zusammenstellen und dazu "minutengenau" Flüge kaufen müssen. Dies müsse die Vorinstanz nochmals prüfen.

Zur ebenfalls umstrittenen Frage, wann der Gesamtpreis fällig wird, entschied der BGH, dass eine Zahlung des Restpreises bis 30 Tage vor Reisebeginn "angemessen" sei. Die Verbraucherschützer griffen damit erfolgreich beispielsweise eine Klausel an, wonach der Restpreis bereits 45 Tage vor dem Abflugtermin zu zahlen sei. Auch bei den Stornokosten legten die Richter Grenzen fest. Im vorliegenden Fall sei eine Rücktrittspauschale von 40 Prozent des Reisepreises bei einer Stornierung bis 30 Tage vor Reiseantritt überhöht, erklärten die Richter. Es sei nicht belegt, "dass gewöhnlich Stornierungskosten in der behaupteten Höhe anfallen".

Quelle: ntv.de, ino/AFP/rts