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Mieter übertreibt das Feiern Bei zu viel Party droht der Rausschmiss

Der Sektkorken schießt mit großer Geschwindigkeit aus der Flasche - wenn er das Auge trifft, kann das sehr schmerzhaft werden. (Bild: DWI/dpa/tmn)

Feiern ist derzeit in der Gruppe schwierig - kann aber auch sonst Ärger bringen.

(Foto: DWI/dpa/tmn)

Schon alleine, um nicht von den Nachbarn verpfiffen zu werden, sind laute Wohnungspartys derzeit nicht zu empfehlen. Aber auch in einem Leben nach Corona sollten es Mieter regelmäßig nicht allzu laut krachen lassen.

Wer nachhaltig als Mieter den Hausfrieden stört, muss mit einer Kündigung seiner Wohnung rechnen. So hat das Amtsgericht (AG) Hamburg-Wandsbek eine Wohnungskündigung bestätigt und den Mieter zur Räumung der Wohnung verurteilt, der regelmäßig in der Wohnung laut feierte und dabei noch die übrigen Hausbewohner gefährdete (Az.: 713 C 1270/18).

In dem verhandelten Fall feierte ein Mieter regelmäßig in seiner Wohnung, wobei die Partys nicht nur durch erheblichen Lärm und laute Musik auffielen, es kam auch wiederholt zu Polizeieinsätzen. Zuletzt wurden Gegenstände vom Balkon geschmissen, hierunter ein Wäscheständer und mehrere Stühle. Der Vermieter kündigte das Mietverhältnis daraufhin mehrmals fristlos, hilfsweise aber auch fristgerecht. Er war der Ansicht, dass das Verhalten des Mieters zu weit gehe und insbesondere die Gefährdung Dritter einen erheblichen Verstoß gegen die Hausordnung und die Mieterpflichten darstelle.

Mieter muss die Wohnung räumen

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Nach Auffassung des Amtsgerichts führt die Vielzahl der Verstöße dazu, dass die Kündigung wirksam ist, auch wenn die ersten Verstöße dem Mieter nicht eindeutig zugeordnet werden konnten, da er sich im Krankenhaus befand und einem Bekannten seinen Schlüssel überlassen hatte. Denn auch, wenn es grundsätzlich durchaus jedem Mieter zustehe, in seiner Wohnung zu feiern und Gäste zu empfangen, müsse sein Recht dann enden, wenn er seine Mitbewohner über die Gebühr strapaziere oder - wie hier - sogar gefährde. Das Verhalten des Mieters habe gezeigt, dass wenn er in Feierlaune sei, er auch zukünftig nicht das Recht der übrigen Hausbewohner, in Ruhe gelassen zu werden, in der gebotenen Weise respektieren werde.

Ganz allgemein wird vom Gesetzgeber der sogenannte Hausfrieden als die gegenseitige Rücksichtnahme durch die Bewohner desselben Hauses verstanden. Die Störung eines solchen Verhältnisses ist dabei dann nachhaltig, wenn sie entweder besonders schwerwiegend oder besonders häufig vorkommt und deshalb eine Wiederholungsgefahr gegeben ist.

Quelle: ntv.de, awi