Ratgeber

Start in die Arbeitswelt Das sollten Azubis beachten

Die Schule ist erfolgreich beendet, der Arbeitsalltag kann beginnen. Tausende junge Menschen beginnen in diesen Wochen mit ihrer Berufsausbildung. Doch der Wechsel von der Schule in die Arbeitswelt wirft viele Fragen auf. Antworten finden Sie hier.

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Viele Betriebe haben große Probleme, geeignete Nachwuchskräfte zu finden.

(Foto: dpa)

Was ist beim Ausbildungsvertrag zu beachten?

Der Vertrag muss vor der Unterschrift genau durchgelesen werden. Ist etwas unklar, sollte sofort nachgefragt werden. Der Vertrag wird vom Ausbilder und vom Auszubildenden unterschrieben. Ist der Azubi noch keine 18 Jahre alt, müssen auch die Eltern unterschreiben. Der Vertrag muss unter anderem Angaben zur Ausbildungsdauer, zur Bezahlung und zur Arbeitszeit enthalten.

Was bedeutet die Probezeit?

In dieser Zeit kann die Ausbildung von einem Tag auf den anderen ohne Begründung schriftlich gekündigt werden. Dies gilt für den Azubi, aber auch für den Betrieb. Die Dauer der Probezeit ist im Ausbildungsvertrag festgehalten. Sie liegt in der Regel zwischen zwei und vier Monaten. Nach Ende der Probezeit gelten festgelegte Kündigungsfristen, die ebenfalls im Vertrag stehen sollten. Ansonsten gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen.

Was verdienen Azubis?

Die Bezahlung ist sehr unterschiedlich. In der Regel ist die Vergütung in Tarifverträgen festgelegt. 2012 verdienten Azubis nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) im Westen im Durchschnitt pro Monat 737 Euro brutto, im Osten 674 Euro. Zwischen den Branchen gibt es aber deutliche Unterschiede: Besonders viel Geld gab es für Maurer mit 968 Euro in West- und 772 Euro in Ostdeutschland. Friseure bekamen dagegen im ersten Ausbildungsjahr nur 269 Euro im Osten und 454 Euro im Westen. Die Löhne im jeweiligen Ausbildungsbetrieb können von den Durchschnittswerten abweichen.

Wie verhalte ich mich, wenn ich krank bin?

Wer über Nacht krank wird, muss sich am Morgen unverzüglich bei seinem Betrieb melden. Wer länger als drei Tage krank ist, braucht in der Regel eine Krankschreibung vom Arzt. Manche Betriebe fordern auch schon früher ein Attest. Auch wer nicht zur Berufsschule gehen kann, muss sich krank melden. Bei einer längeren Krankheit zahlt der Betrieb sechs Wochen den Lohn weiter. Danach gibt es sogenanntes Krankengeld von der Krankenkasse.

Müssen Azubis Überstunden leisten?

Eigentlich nicht. In Ausnahmen ist dies aber möglich. Überstunden müssen zumindest mit Freizeit ausgeglichen werden.

Wer kann mir bei Problemen helfen?

Der Betriebsrat ist auch für Azubis eine Anlaufstelle. Zudem gibt es Ausbildungsberater bei den Kammern oder Innungen. Wenn es gar nicht mehr geht, kann auch ein Wechsel des Ausbildungsbetriebs angebracht sein. Dies sollte aber nur die letzte Alternative sein, wenn eine neue Stelle in Aussicht ist. Wenn der Betrieb mit der Leistung eines Azubis sehr unzufrieden ist, bekommt dieser womöglich eine Abmahnung. Das ist zunächst nur eine "Gelbe Karte". Eine Faustregel besagt nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), dass einer Kündigung mindestens zwei Abmahnungen vorausgehen müssen.

Quelle: ntv.de, AFP

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