Ratgeber

Festgeld und Tagesgeld ausverkauft Die Bank, die kein Geld will

Banken und Versicherungen buhlen normalerweise um ihre Kunden, locken sie, versprechen Sonderkonditionen und Zugaben. Nicht so die Noa Bank. Sie weist sogar Geld von Bestandskunden zurück.

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(Foto: Noa Bank)

Die Noa Bank ist mit hehren Zielen im Herbst 2009 an den Start gegangen. Sie will sich abseits der Finanzkrise auf das Kerngeschäft einer Bank konzentrieren. Sie nimmt Kundengelder auf Festgeld- und Tagesgeldkonten entgegen. Der Kunde wählt aus, in welchem Bereich er bei der Kreditvergabe am liebsten sein Geld verwendet wissen möchte. Hierzu gibt es die Themengebiete Region (Förderung der Wirtschaft und Arbeitsplätze in der Region), Planet (Förderung der erneuerbaren Energien und des Naturschutzes), Leben (Förderung der Gesundheit) und Kultur (Förderung von Künstlern und kulturellen Aktivitäten).

Noch Anfang Mai schnitt die Noa Bank mit Ihren Konditionen hervorragend ab und belegte auch in den Rankings der Stiftung Warentest im März in den Kategorien Tagesgeld und Festgeld den ersten Platz. Über 15.000 Kunden soll die Noa Bank mittlerweile angelockt, die rund 290 Millionen Euro auf Tages- und Festgeldkonten deponiert haben.

Zu wenig Kredite vergeben

Jetzt gibt es bei der Noa Bank eine Kreditklemme der ganz anderen Art. Sie kommt mit der Kreditvergabe nicht nach. Nach eigenen Angaben sind nur rund 50 Millionen Euro an Krediten vergeben worden. Um die Differenz zwischen Einlagen- und Kreditgeschäft nicht noch weiter auseinander driften zu lassen, hat die Noa Bank die Reißleine gezogen. Tagesgeld- und Festgeldkonten sind "ausverkauft". Neukunden werden schon seit einigen Wochen nicht mehr akzeptiert. Doch jetzt können selbst Bestandskunden auf ihr Tagesgeldkonto kein Geld mehr transferieren. In der Praxis soll dies dazu führen, dass Überweisungen auf Tagesgeldkonten zurückgewiesen werden und Sparpläne, wo ein monatlicher Betrag zugunsten eines Tagesgeldkontos transferiert wird, ausgesetzt werden. Wie lange dieser Zustand andauert, ist noch unklar.

Branchenexperten sehen dies eher kritisch, da in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zum Tagesgeld vermerkt ist, dass Einzahlungen in jeder Höhe uneingeschränkt möglich sind. Eine AGB-Änderung hat nicht stattgefunden. Der Zins bleibt ebenfalls unverändert, obwohl man durch eine Zinsänderung sowohl den Geldzufluss als auch das Neukundengeschäft hätte bremsen können. Da eine Änderung der AGB den Kunden nicht übermittelt wurde, haben diese theoretisch sogar Anspruch auf Schadensersatz für Gelder, die von der Noa Bank zurückgewiesen wurden. Die Schadenshöhe entspricht dem Zinsverlust, der durch die Anlage bei einer anderen Bank zu schlechteren Zinskonditionen eingetreten ist.

Einlagen bei anderen Banken geparkt

Um nicht Schiffbruch zu erleiden, hat die Noa Bank ihre Einlagen bei anderen Banken geparkt. Unter der Internetadress https://www.noabank.de/wo-ihr-geld-hilft/geldverteilung/ zeigt die Bank auch auf, welche Projekte bereits finanziert wurden. Auffällig ist hier, dass mit über 26 Millionen Euro der größte Teil des Geldes zur Finanzierung der Factoringtochter "Noa Factoring AG" vergeben wurde. Außerdem finden sich auf der Liste der regional, nachhaltig orientierten Bank Unternehmen wie Otto, Tui, Sixt, Lufthansa und Porsche, obwohl Kredite eigentlich ausschließlich an kleine und mittlere Unternehmen vergeben werden sollten.

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Tagesgeld-Vergleich
Festgeld-Vergleich

Quelle: ntv.de

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