Ratgeber

"Wie beim Italiener" Die besten Espressomaschinen

Ein guter Kaffeevollautomat ist eine schöne Sache. Auf Knopfdruck liefert er nicht nur kräftigen Espresso, sondern auch cremigen Milchschaum. Auch für unter 500 Euro bekommt man brauchbare Geräte, sagt die Stiftung Warentest.

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Vollautomaten liefern frisch gemahlenen Espresso.

(Foto: imago/Westend61)

Siebträgermaschinen sind umständlich zu handhaben und Kaffee aus Kapseln können viele nicht mit ihrem ökologischen Gewissen vereinbaren. Vollautomaten sind die Lösung für Koffeinjunkies, die guten Espresso zu schätzen wissen, aber nicht viel Aufwand beim Brühen treiben wollen. Die gute Nachricht: Man muss keine vierstelligen Summen ausgeben, um ein gutes Gerät zu finden. Die Stiftung Warentest hat elf Modelle zwischen 365 und 1100 Euro ins Labor geschickt und auch im unteren Preissegment ein überzeugendes Gerät gefunden.

Ob Espresso, Cappuccino oder Latte macchiato, alle Espressomaschinen können verschiedene Kaffeespezialitäten zubereiten. Neben Kaffee aus frischgemahlenen Bohnen fließt bei Bedarf auch Milchschaum auf Knopfdruck direkt in die Tasse. Der ist in den meisten Fällen auch cremig-feinporig, nur die Severin-Maschine fiel hier etwas ab und beim Miele-Gerät nahmen die Prüfer ein leichtes Kunststoff-Aroma wahr. Expertentipp: Die Milch sollte kühlschrankkalt sein, um optimalen Schaum zu ergeben. Der Fettgehalt spielt dagegen keine Rolle.

Von bitter bis mild

Der Espresso gelinge einigen Maschinen so gut, dass sie es locker mit dem vom Italiener aufnehmen könnten, loben die Tester. Rundum gut war das Ergebnis beispielsweise bei der getesteten De Longhi-Maschine, die zusammen mit der Saeco Moltion HD den Testsieg davontrug. Rund 900 Euro muss man für die belastbare De Longhi ausgeben. Die Saeco für 650 Euro lieferte den kräftigsten und bittersten Espresso mit hervorragender Crema. Wer es lieber milder mag, dürfte mit der Severin Piccola Premium gut bedient sein. Im Test war das Modell der günstigste unter allen "gut" bewerteten Kandidaten, im Schnitt riefen die Händler 405 Euro auf. Voreinstellungen, etwa zur Espressostärke, lassen sich hier noch während des Brühens ändern. Allerdings gehörte die Maschine auch nicht zu den schnellsten im Test, selbst ein Espresso braucht eine Minute. Die Jura Impressa war doppelt so schnell.

Ein weiteres Minus für das Severin-Schnäppchen: Die Maschine braucht viel Pflege und muss oft entkalkt werden, beim ersten Mal schon nach 80 Tassen. Für den geschäftlichen Gebrauch ist sie also eher ungeeignet. Kaum ein Thema ist das Entkalken für die Wik Cremaroma, hier ist der erste Durchlauf nach 1000 Getränken fällig und dauert auch nur zehn Minuten. Wer Milch möchte, muss hier aber extra drücken, denn die übliche "One Touch"-Funktion gibt es bei dem Wik-Automaten nicht – beim Preis von 365 Euro dürfte das aber verzeihlich sein.    

Schlamperei rächt sich

Entkalken ist nicht alles, was an Pflege nötig ist. Gelegentlich müssen die Maschinen auch etwas gründlicher gereinigt werden, was mit den entsprechenden Programmen aber kein Problem ist. Größere Aufmerksamkeit erfordern hingegen die Milchsysteme. Sie sollten nach jedem Gebrauch gespült werden, sonst droht die Maschine zu verkeimen.

Das teuerste Gerät im Test war übrigens die Caffeo Barista T von Melitta für rund 1100 Euro. Bei Geschmack und Handhabung konnte die Maschine durchaus überzeugen, Lob gab es unter anderem für die einfache Menüführung und die zwei Fächer, die mit unterschiedlichen Bohnensorten gefüllt werden können. Dass die Melitta-Maschine mit einer Gesamtnote "befriedigend" nur auf dem vorletzten Platz landete, lag an der Schadstoffabgabe: Auch nach dem dritten Getränk nach der Reinigung setzte die Melittamaschine noch erhöhte Nickelwerte frei. Für Gesunde ist das kein Problem, Nickelallergiker sollten allerdings vorsichtig sein.  

Quelle: n-tv.de, ino

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