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"Eine kleine Sensation" Die besten Mittel für die Spülmaschine

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Das Geschirr im Prüflabor ist mit künstlich hergestelltem Standardschmutz versehen, damit die Ergebnisse vergleichbar sind.

Ein Reiniger, der gleichzeitig gut zur Umwelt und zum Geschirr ist? Galt bis vor Kurzem noch als Ding der Unmöglichkeit. Doch nun haben einige Hersteller an ihren Rezepturen geschraubt und siehe da: es funktioniert! Die neuen Gel-Spülmittel erweisen sich dagegen als Flops.

Pulver, Salz, Klarspüler – früher war der Dosierlöffel unverzichtbar, um die Spülmaschine zu starten. Heute legt man einen Tab ins entsprechende Fach und die Sache ist erledigt. Inzwischen warten die Putzmittelhersteller mit einer neuen Innovation auf: Gelkissen, bei denen sich die konzentrierte Reinigungskraft in flüssiger Form entfalten soll. Doch so richtig gut scheint das nicht zu klappen, das legt jedenfalls das Ergebnis der Stiftung Warentest nahe. 14  Geschirrreiniger hat die Stiftung ins Labor geschickt, die drei Gel-Produkte schlugen sich dabei am schlechtesten.

Schon in den letzten beiden Jahren hatten die Tester Geschirrspültabs in den Kampf gegen Teeflecke, eingetrocknete Haferflocken, Nudel- und Auflaufreste geschickt. Einige der damaligen Kandidaten mussten dieses Mal nicht wieder antreten, weil sich an den Rezepturen nichts geändert hat. Für Nachbesserungen gab es bei einigen auch keine Gründe, denn Somats "Multi 10",  Lidls "WS All in 1" und DMs "Denkmit Multipower 11" hätten sich mit der Note 2,1 auch im neuen Test den ersten Platz geteilt.

Das Ergebnis des neuesten Tests bezeichnet Projektleiter Konrad Giersdorf dennoch als "kleine Sensation". Denn zum ersten Mal haben die Tester auch umweltschonende phosphatfreie Multitabs geprüft. Und die schlugen sich nun besser als die meisten Produkte mit Phosphaten. Das ist insofern überraschend, als Phosphate bei Spülmittel bislang als schwer ersetzbar galten. Unter anderem machen sie hartes Wasser weich und binden den abgelösten Schmutz in der Lauge, so dass er sich nicht wieder am Geschirr festsetzt. Der Preis dafür ist eine höhere Gewässerbelastung, denn Phosphate fördern das Algenwachstum. Großkläranlagen werden damit fertig, im ländlichen Bereich gibt es aber oft Probleme.

Besser ohne Phosphat

Ab 2017 will die EU Phosphor aus Geschirrspülmitteln verbannen. Einige Hersteller haben sich jetzt schon darauf eingestellt. So auch die Zittauer Firma Fit, die Phosphate durch biologisch abbaubare Essigsäure ersetzt hat. Mit Erfolg: Mit seinen "Power Tabs 10 in 1" schnitt Fit im letzten Jahr zwar auch gut ab, für die phosphatfreie Variante "Power Tabs 12" ging es in der Gesamtwertung jetzt aber nochmal etwas nach oben. Zusammen mit dem phosphathaltigen Somat Gold teilt sich Fit den Testsieg im aktuellen Vergleich. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Beim Reinigen schlug sich Somat mit Abstand am besten.

Sechs Mal vergaben die Tester die Note "gut", darunter auch an das phosphatfreie "Denkmit Nature" von DM. Die Öko-Variante von Drogerie-Konkurrent Rossmann "Domol Ökologisch" versagte dagegen im Dauertest: Nicht nur, dass sich Besteck und Innenraum der Maschine dadurch golden verfärbten. Das feinsandige braune Pulver setze sich unter anderem am Ablaufsieb fest und gefährde damit den Geschirrspüler, warnt die Stiftung Warentest.   

Auch die beiden phosphatfreien Gelkissen im Test fielen durch. Edelstahl hätte dadurch bläulich-violett geschillert, berichten die Tester. Mit herkömmlichen Haushaltsmitteln habe man die Beläge auf Besteck und Maschineninnenraum auch nicht wieder herunterbekommen. Und anders als die phosphatfreien Tabs seien die Flüssigmittel wegen der verwendeten Tenside nicht einmal umweltfreundlicher. Bei der Reinigungsleistung belegten die drei Gel-Produkte die letzten Plätze im Test. Selbst die teuren "Multi Gel Tabs" von Somat zeigten sich hier schwach auf der Brust. Dass sich Gelprodukte für die Spülmaschine durchsetzen werden, ist nach diesem Test also recht unwahrscheinlich. Die Zukunft scheint den phosphatfreien Tabs zu gehören.  

Quelle: n-tv.de, ino

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