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So wird's kein Fehlstart Die ersten Tage als neuer Chef

Die Erwartungen sind hoch: Kommt ein neuer Chef ans Ruder, soll der meist nicht nur den Job des alten erfolgreich erledigen, sondern auch neue Ideen umsetzen. "Er steht von Anfang an unter hohem Veränderungsdruck", sagt Führungskräfte-Coach Sonja Kämpfer. Damit nicht genug: Meist hat der neue Arbeitgeber relativ viel für ihn bezahlt. Das soll sich lohnen. Trotzdem dürfen neue Chefs nichts überstürzen. Ein erfolgreicher Start ist für Vorgesetzte einfacher, wenn sie sich an ein paar Regeln halten.

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Wer in den ersten Wochen kein Vertrauen aufbauen kann, wird es schwer haben.

(Foto: Stephanie Hofschlaeger, pixelio.de)

 

Überblick verschaffen: "Am Anfang sollte man den Mund halten", rät der Karriere-Coach Jürgen W. Goldfuß. Statt von eigenen Heldentaten zu erzählen, hören Chefs bei Gesprächen besser erstmal zu. "So bekommt man ein Bild davon, was im Unternehmen läuft." Außerdem lohnt ein Blick in Personalakten und Verträge, rät Sylke Pukatzki. "Sie sollten auch mit Betriebsvereinbarungen vertraut sein", so die Rechtsanwältin.

 

Erwartungen klären: Die Vorgesetzten haben an den Chef Erwartungen, die Mitarbeiter ebenfalls. Und diese Erwartungen sollten neue Führungskräfte kennen, rät Kämpfer: "Ich würde das offensiv klären." Dazu gehört auch, sich über den alten Chef zu informieren, ergänzt Goldfuß. Warum hat er die Position oder das Unternehmen verlassen?

 

Respekt zeigen: Kommt der Programmierer mit ausgewaschenem T-Shirt und Shorts ins Büro, mag das befremden. Über seine Arbeitsleistung sagt das aber nichts aus. Auch manche Vorgänge erscheinen Außenstehenden vielleicht unsinnig. Die Mitarbeiter, die sie ausführen, haben es aber nicht verdient, dafür verspottet zu werden. "Meistens haben die sich die Vorgänge ja nicht selbst ausgedacht", erklärt Kämpfer. Ihr Tipp: "Sich mit Kommentaren zurückhalten und den Arbeitsablauf ändern."

 

Kompetenzen im Team entdecken: "Was kann ich tun, damit Sie Ihre Arbeit noch besser machen können?" Das ist eine Frage, die Goldfuß als Chef neuen Mitarbeitern stellen würde. In einem solchen Gespräch dürfe aber nicht der Eindruck entstehen, dass der Chef jeden Wunsch erfüllt. "Sonst sind die Leute enttäuscht, wenn das nicht passiert." Alteingesessene Mitarbeiter verfügen meist über großes Wissen. "Wer denen nicht traut, dem geht wertvolle Expertise verloren", warnt Kämpfer. "Versuchen Sie, diese Leute einzubinden."

 

Nicht nur nach oben gucken: "Wenn man zum ersten Mal Führungsaufgaben bekommt, verliert man schnell die Bodenhaftung und schaut nur noch nach oben", warnt Kämpfer. Doch Erfolg funktioniere nur im Team mit den Mitarbeitern. Gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten gerät ein Chef schnell in eine Sandwich-Position. Der Vorstand beschließt Einsparungen, die der neue Chef den Mitarbeitern verkaufen muss - selbst wenn er sie nicht für richtig hält. "Spielen Sie mit offenen Karten", rät Goldfuß. Das bedeute nicht, dem eigenen Vorstand in den Rücken zu fallen. Der Chef könne dem Team aber durchaus sagen: "Ich hätte das auch gern anders gehabt. Lassen Sie uns überlegen, wie wir das beste daraus machen." Außerdem sei es sinnvoll, den Mitarbeitern die Zusammenhänge zu verdeutlichen, etwa die wirtschaftliche Lage des Unternehmens.

 

Realistische Ziele stecken: Neue Strategien brauchen Zeit, bis sie greifen. So lange sollten neue Chefs aber nicht mit Lob warten. "Wer nur auf Defizite schaut, dem geht schnell die Puste aus", warnt Kämpfer. Sie rät, eine Liste aufzuhängen mit dem, was bereits erreicht wurde. "Und das kann man feiern."

Quelle: n-tv.de, dpa

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