Ratgeber

Die Folgen des Zusatzbeitrags Diese Krankenkassen sind schwer gefragt

Seit 1. Januar dürfen die Krankenkassen von ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag verlangen. Man muss jetzt nicht mehr als 14,9 Prozent für die Krankenversicherung kalkulieren. Trotzdem zahlen viele Kunden freiwillig mehr.

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Der Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen ist zum großen Teil gleich, in den Details gibt es aber deutliche Unterschiede.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Der Zustrom in die gesetzliche Krankenversicherung ebbt nicht ab: 180.000 neue Mitglieder sind in den ersten vier Monaten dieses Jahres dazugekommen, eine Entwicklung, die vor allem der guten Konjunktur geschuldet sein dürfte. Damit sind inzwischen 53,42 Millionen Menschen gesetzlich versichert, so viele wie nie zuvor. Doch nicht alle Kassen profitieren vom Zulauf. Der Dienst für Gesellschaftspolitik (dfg) hat anhand der Daten des Bundesgesundheitsministeriums aufgeschlüsselt, wie sich die Mitgliederströme verteilen. Dabei zeigen sich erwartungsgemäß auch die Auswirkungen des neuen Zusatzbeitrags.   

Seit dem 1. Januar liegt der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung bei 14,6 Prozent, darüber hinaus können die Kassen nach Belieben einen Zusatzbeitrag festsetzen. Und das tun auch fast alle. Die beiden Kassen, die ganz darauf verzichten – BKK Euregio und Metzinger BKK – sind nur regional zugänglich. Die Euregio verzeichnete trotzdem ein fünfstelliges Mitgliederwachstum, dabei profitiert sie sicher davon, dass sie im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen vertreten ist.

Die meisten Kassen haben ihren Zusatzbeitrag bei 0,9 Prozent fixiert, so viel zahlten die Versicherten auch schon im vergangenen Jahr. Kassen, die deutlich darunter bleiben, waren gefragt: So meldeten sich über 36.000 Mitglieder neu bei der AOK Plus an. Sie bleibt mit einem Beitragssatz von 14,9 Prozent knapp unter der 15-Prozent-Marke. Genau 15 Prozent werden bei der Handelskrankenkasse HKK fällig, auch hier gab es ein sattes Plus von 22.000 Neuanmeldungen im ersten Quartal.

Techniker wächst weiter

Dass nicht allein der Beitrag zählt, zeigt wieder einmal die Techniker. Deutschlands inzwischen größte Krankenkasse wächst ungebrochen weiter und hat in den vergangenen vier Monaten nochmal knapp 88.000 Mitglieder dazugewonnen. Und das, obwohl der Beitragssatz mit 15,4 Prozent allenfalls leicht unterm Durchschnitt liegt.  Die AOK Baden-Württemberg bleibt sogar bei 15,5 Prozent, gewann aber trotzdem fast 12.000 neue Beitragszahler hinzu. Das passt zu einer aktuellen Umfrage des Deutschen Instituts für Servicequalität. Knapp neun Prozent der Befragten dachten über einen Kassenwechsel nach. Als häufigsten Wechselgrund nannten sie nicht etwa die Höhe des Zusatzbeitrags, sondern das Bonusprogramm.

Doch alles Werben mit Service und guten Betreuungsleistungen hilft den Versicherungen wenig, die ihren Beitrag im Vergleich zum letzten Jahr nach oben gesetzt haben. Die IKK Südwest und die BKK Pfalz haben den Zusatzbeitrag bei 1,2 Prozent angesetzt und verlangen folglich 15,8 Prozent von ihren Versicherten und deren Arbeitgebern. Die Folge: 8700 beziehungsweise 6200 Mitglieder kündigten. Das ist nicht viel im Vergleich zu den Abflüssen, die DAK-Gesundheit und Barmer GEK zu  verzeichnen hatten. Ihnen liefen – trotz konstantem Beitragssatz - gut 24.000 beziehungsweise 23.000 Mitglieder weg. Ein Sprecher der Barmer GEK warnte aber kürzlich gegenüber der "Ärztezeitung" davor, die Zahlen zu überinterpretieren. Die Negativentwicklung sei vor allem darauf zurückzuführen, dass vergleichsweise viele Mitglieder gestorben seien.

Quelle: ntv.de, ino

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