Ratgeber

Weite Wege entfallen E-Perso soll europaweit gelten

Schon über 13,5 Millionen Deutsche besitzen inzwischen einen elektronischen Personalausweis im Scheckkartenformat. Er ist nicht nur handlich, sondern auch praktisch, weil man sich mit ihm auch online ausweisen kann. Bislang allerdings nur innerhalb Deutschlands. Künftig dürfte der E-Perso grenzüberschreitend gelten.

Neue Perso-Panne: Nach Problemen mit der Software sind angeblich Ausweise mit leeren Datenchips hergestellt worden. (Bild: dpa)

Bislang lassen sich die Zusatzfunktionen nur innerhalb der Landesgrenzen nutzen.

Der elektronische Personalausweis soll künftig auch im europäischen Ausland gelten. Bürger könnten damit in anderen EU-Ländern einen Wohnsitz anmelden, ein Konto eröffnen oder einen Vertrag unterzeichnen. Das will zumindest EU-Digitalkommissarin Neelie Kroes erreichen, die nun einen Vorschlag zur grenzüberschreitenden Nutzung des Chipkarten-Ausweises präsentiert hat. "Durch die gegenseitige Anerkennung nationaler elektronischer Ausweise können wir Millionen von Unternehmen und noch mehr Bürgern das Leben erleichtern", begründete Kroes ihren Vorstoß.

Im Alltag könnten Studenten sich online an einer ausländischen Universität einschreiben und müssten nicht mehr persönlich hinfahren. Kranke könnten auch vom Ausland aus ihre im Heimatland gespeicherten Patientendaten einsehen und sie dann einem Arzt im Ausland zugänglich machen. Wer ins Ausland umziehe oder dort heirate, spare Zeit und Geld. Die Behörden könnten ihren Verwaltungsaufwand reduzieren und Kosten einsparen.

Derzeit bieten neben Deutschland noch 14 weitere EU-Länder die Möglichkeit, sich online auszuweisen, darunter Italien, Spanien und Portugal. Doch der sogenannte elektronische Identitätsnachweis (eID) lässt sich bislang nicht ohne Weiteres außerhalb des Herkunftslandes nutzen.

Funktionen werden zaghaft genutzt

In Deutschland können sich Bürger seit Herbst 2010 einen elektronischen Personalausweis ausstellen lassen. Mit der Plastikkarte können sie zum Beispiel beim Online-Shopping ihr Alter nachweisen oder einen Blick aufs Rentenkonto werfen. 85 Dienstleister unterstützen das Projekt laut Bundesinnenministerium bisher in Deutschland. 13,5 Millionen Deutsche haben einen der neuen E-Persos. Doch nur 3,8 Millionen von ihnen haben die elektronischen Funktionen aktivieren lassen.

Für die Datensicherheit des elektronischen Identitätsnachweises sollen nach dem Willen der EU-Kommission auch bei dem neuen Gesetz die Länder zuständig bleiben, aus denen das System stammt. Auch die elektronische Signatur - eine Online-Unterschrift, die genauso gültig ist wie eine handschriftliche - will die EU-Kommission grenzüberschreitend verwendbar machen. Zwar gibt es bereits seit zwölf Jahren ein EU-Gesetz dazu. Doch seitdem sind zum Beispiel neue Technologien hinzugekommen, die das alte Gesetz noch nicht vorsieht.

Dem Vorschlag müssen nun noch das Europaparlament und der Ministerrat, in dem die EU-Regierungen vertreten sind, zustimmen.

Quelle: ntv.de, dpa

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