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Öl kommt teuer Ein gutes Drittel mehr verheizt

Haushalte mit Gasheizungen kamen im letzten Jahr noch am besten weg. Ihre Heizkosten blieben annähernd konstant. Ölheizungen sorgen bei ihren Nutzern aber für einen regelrechten Preisschock: Ihre Kosten erhöhten sich um mehr als ein Drittel. Das zeigt der neue Heizkostenspiegel.

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Wenn die Heizkosten explodieren, helfen nur Dämmungsmaßnahmen.

(Foto: Margot Kessler, pixelio.de)

Ölheizungen kamen Hausbesitzer und Mieter im vergangenen Jahr teuer zu stehen. Um 35 Prozent sind die Heizkosten ölbeheizter Häuser im vergangenen Jahr gestiegen. Das geht aus dem neuen Heizspiegel hervor, den die Initiative co2online zusammen mit dem Deutschen Mieterbund (DMB) veröffentlicht hat. Bundesweit wurden dafür rund 88.000 Gebäudedaten ausgewertet. Das Beheizen einer 70-Quadratmeter-Wohnung mit Heizöl kostete demnach durchschnittlich 850 Euro, das sind 220 Euro mehr als 2009.

Weniger dramatisch fiel der Anstieg bei Erdgas und Fernwärme aus. Hier stiegen die Kosten nur um rund 2,5 Prozent. Am günstigsten kamen im letzten Jahr Haushalte mit Erdgas weg, 805 Euro waren für die 70-Quadratmeter-Beispielwohnung fällig. Fernwärme schlug mit 880 Euro zu Buche. Im Schnitt kletterte der Heizenergieverbrauch im letzten Jahr um 13 Prozent. "Eine Folge des harten Winters", stellt co2conline-Chef Johannes D. Hengstenberg fest.

Nur Energiesparen hilft

Auch wenn der Winter in diesem Jahr milder ausfallen sollte, können Verbraucher nicht unbedingt auf Entlastung hoffen. "Gegenüber dem Vorjahr sind die Heizölpreise in diesem Jahr weiter gestiegen – im Schnitt um 25 Prozent", so Hengstenberg. "Die Gaspreise liegen knapp vier Prozent über dem Erdgaspreis von 2010 und Fernwärme wurde fast sieben Prozent teurer", sagt Hengstenberg. Obendrein hätte ein Viertel aller Gasanbieter für diesen Herbst weitere Preiserhöhungen angekündigt. DMB-Direktor Lukas Siebenkotten empfiehlt als Ausweg die energetische Sanierung von Immobilien: "Nur so können Eigentümer sich und ihre Mieter auf lange Sicht unabhängig von der Energiepreisentwicklung machen", so Siebenkotten.

Den bundesweiten Heizspiegel kann man beim Deutschen Mieterbund anfordern. Bei der Einstufung des eigenen Verbrauchs hilft das individuelle Heizgutachten. Normalerweise kostet das 35 Euro, die Kosten werden aber vom Bundesumweltministerium übernommen.

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Quelle: n-tv.de, ino

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