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Unternehmensberater verschluckt sich Eisschlecken kein Arbeitsunfall

Auf dem Arbeitsweg ist man normalerweise durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Das gilt aber nur für Tätigkeiten, die irgendetwas mit dem Beruf zu tun haben. Ein Eis zu schlecken, gehört üblicherweise nicht dazu.

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Eisessen ist normalerweise keine Voraussetzung fürs Arbeiten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eisschlecken auf dem Weg von der Arbeit geschieht auf eigene Gefahr - wer sich dabei verschluckt, erleidet keinen Arbeitsunfall. Dies entschied das Sozialgericht Berlin im Fall eines Unternehmensberaters, der auf dem Heimweg von einem Geschäftstermin einen hartgefrorenen Brocken Speiseeis verschluckt und in der Folge einen Herzinfarkt erlitten hatte. Dem Gerichtsbescheid zufolge hat der Mann keinen Anspruch auf Heilbehandlung oder Verletztengeld von der gesetzlichen Unfallversicherung. (Az. S 98 U 178/10)

Nach Auffassung des Gerichts ist das Eisessen nicht der durch die Unfallversicherung geschützten Tätigkeit zuzurechnen. Es gebe schließlich keinen sachlichen Zusammenhang zwischen dem Eisschlecken und der Berufstätigkeit. Vielmehr sei eine Nahrungsaufnahme grundsätzlich unversichert.

Eine andere Bewertung ergebe sich nur, wenn das Essen ausnahmsweise zur Wiedererlangung der Arbeitskraft besonders erforderlich sei oder aber aus betrieblichen Gründen besonders schnell gegessen werden müsse. Eis werde jedoch erfahrungsgemäß zum Genuss verzehrt und nicht etwa, um sich für die Arbeit zu stärken. Dies gelte umso mehr, als sich der Unternehmensberater auf dem Heimweg befunden habe.

Quelle: n-tv.de, AFP

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