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Auch bei längerer Unterbrechung Eltern müssen Ausbildung zahlen

Die meisten Lehrlinge lassen sich zum Einzelhandelskaufmann, zum Verkäufer, Bürokaufmann, Kraftfahrzeugmechatroniker oder Industriekaufmann ausbilden.jpg

Die meisten Lehrlinge lassen sich zum Einzelhandelskaufmann, zum Verkäufer, Bürokaufmann, Kraftfahrzeugmechatroniker oder Industriekaufmann ausbilden.

Das Oberlandesgericht Koblenz entscheidet, dass Eltern auch dann für die Ausbildung ihrer Kinder aufkommen müssen, wenn sie diese für längere Zeit unterbrechen. Anlass ist eine Bafög-Rückforderung des Landes Rheinland-Pfalz gegen einen Vater, der seiner Tochter finanzielle Hilfen verweigerte.

Unterbricht ein Jugendlicher für vier Jahre seine Ausbildung, muss das nicht zwangsläufig zu einem Ende der Unterhaltsansprüche gegen die Eltern führen. Das entschied das Oberlandesgericht Koblenz. Es gab damit der Klage des Landes Rheinland-Pfalz gegen einen Vater statt (Aktenzeichen: 13 UF 88/11). Im konkreten Fall hatte das Land der Tochter des Mannes 3185 Euro Bafög gezahlt. Diesen Betrag forderte das Land dann von dem Vater zurück, weil er nach Einschätzung des Landes weiterhin unterhaltspflichtig war.

Zuvor hatte sich der Mann geweigert, seine Tochter bei der Ausbildung zur Erzieherin finanziell zu unterstützen, weil sie eine vierjährige Pause eingelegt hatte. Das Gericht sah darin jedoch keinen ausreichenden Grund, die Zahlungen einzustellen. Denn die Tochter führe ihre Ausbildung nach der Unterbrechung nun zielstrebig fort. Es wäre für sie daher mit erheblichen Nachteilen verbunden, wenn sie kein Geld mehr erhielte.

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Entscheidung haben die Richter die Beschwerde zum Bundesgerichtshof zugelassen.

Quelle: ntv.de, dpa

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