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Von Türsteher abgewiesen Farbiger erhält Schmerzensgeld

Dass einen ein Türsteher wegen falscher Klamotten abweist, damit müssen Clubgänger leben. Wenn Gäste aufgrund ihrer Hautfarbe abblitzen werden, ist das Diskrmininierung. Ein junger Deutscher togolesischer Abstammung klagt erfolgreich auf Schmerzensgeld.

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Wer mitmachen darf, entscheidet der Türsteher.

(Foto: picture alliance / dpa)

Weil er wegen seiner Hautfarbe vor einer Reutlinger Disco abgewiesen wurde, bekommt ein Deutsch-Togolese nun doch Schmerzensgeld. 900 Euro - der Gegenwert von 150 Eintrittskarten - wurden dem 18-Jährigen vom Oberlandesgericht in Stuttgart zugesprochen. Das Gericht sah einen Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgesetz.

Der junge Mann hatte gegen ein Urteil des Landgerichts Tübingen Berufung eingelegt, das der Geschäftsführerin der Diskothek zwar untersagt hatte, dem Deutsch-Togolesen den Einlass zu verweigern. Die Forderung nach einem Schmerzensgeld von mindestens 5000 Euro war damals aber abgewiesen worden.

Nach seiner Aussage war der junge Mann an der Disco mit den Worten abgewiesen worden, es seien "schon genug Schwarze drin". Zwar habe der Senat nicht feststellen können, ob es zu dieser Äußerung tatsächlich kam. Jedoch habe ein Zeuge mit ebenfalls dunkler Hautfarbe bestätigt, dass er am gleichen Abend abgewiesen worden war, während zwei Begleiter mit weißer Hautfarbe eingelassen wurden. 5000 Euro Schmerzensgeld, wie vom 18-Jährigen gefordert, seien aber überhöht.

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, hofft auf eine Signalwirkung des Urteils. "Rassistische Diskriminierungen an Diskothekentüren sind nicht akzeptabel", sagte sie.

Quelle: ntv.de, dpa