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Markt ist in Bewegung Fernbus-Netz ist fast flächendeckend

Wer billig innerhalb Deutschlands reisen möchte, hat seit Anfang des Jahres eine Option mehr: Fernbusse dürfen jetzt ganz regulär im Linienverkehr fahren. Und das Angebot an Strecken wächst rasant.

Reisende können ab sofort mit der neuen Fernbuslinie von Magdeburg und Leipzig nach München und Hamburg fahren. Foto: Robert Schlesinger

Viele deutsche Städte sind inzwischen per Fernbus erreichbar. In der Regel dauert die Reise etwas länger als mit der Bahn.

(Foto: dpa)

Ein halbes Jahr nach Öffnung des Fernverkehrsmarktes für Busse stehen Reisenden mittlerweile deutlich mehr Verbindungen zur Verfügung. "Die Zahl der Fernbuslinien inklusive Flughafenzubringer hat sich im Vergleic h zum Sommer 2012 nahezu verdoppelt", sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer (BDO), Wolfgang Steinbrück der "Berliner Zeitung".

Gab es vor einem Jahr noch rund 80 Fernbus-Verbindungen, bieten heute über 60 Fernbus-Betreiber rund 160 Linien an. Und weitere seien in Planung, sagte Steinbrück. Ständig kündigten Fernbus-Anbieter neue Verbindungen an. Binnen kürzester Zeit sei so ein flächendeckendes Fernbusnetz entstanden.

Als größtes Problem macht BDO-Sprecher Matthias Schröter die teilweise fehlenden Haltestellen in den Innenstädten aus. "Lediglich in Berlin, München und Hamburg klappt das gut." Vor allem in Süddeutschland gebe es aus Sicht der Fernbus-Anbieter Probleme. Die Unternehmen kritisieren seit längerem, dass in verschiedenen Städten die Haltestellen zu klein sind oder in Randgebieten liegen und dadurch für Reisende weniger attraktiv sind.

Nicht alle werden überleben

Angesichts der Pläne großer Fernbus-Anbieter warnte der mittelständische BDO vor einem harten Konkurrenzkampf. "Die großen Anbieter haben viel mehr Luft für preiswerte Angebote als unsere kleinen und mittelständischen Unternehmen", sagt BDO-Sprecher Matthias Schröter. Am Ende würden wohl nur wenige große Anbieter übrig bleiben.

Nach Öffnung des deutschen Fernverkehrsmarktes für Busse zum Anfang dieses Jahres weiten viele Anbieter ihre Streckennetze aus. Bis Ende des Jahres wollen der ADAC und die Deutsche Post gemeinsam auf dem Markt aktiv werden. Auch die Deutsche Bahn will ihr Fernbusangebot nach und nach ausbauen. Bislang war die Bahn-Tochter Berlin Linien Bus der Betreiber mit dem größten Streckennetz und auch der größten Flotte in Deutschland.  

Jahrzehnte alte gesetzliche Regelungen hatten bis Ende 2012 dafür gesorgt, dass nur auf wenigen Strecken im Fernverkehr auch Busse fahren durften. Die Regelungen aus dem Jahr 1934 dienten ursprünglich dazu, den Eisenbahn-Fernverkehr vor der Konkurrenz durch andere Verkehrsträger zu schützen.

Quelle: n-tv.de, AFP

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