Ratgeber
Donnerstag, 25. Juli 2013

Jede dritte Soße mangelhaft: Fertigpesto meist enttäuschend

Frisches Basilikum, Pinienkerne, Olivenöl, Parmigiano Reggiano, Pecorino, Knoblauch und Salz: Mehr gehört nicht in ein gutes Pesto. Doch nur wenige Hersteller von Fertigpesto halten sich an das Genoveser Orginalrezept. Stiftung Warentest deckt allerdings nicht nur bei der Rezeptur erhebliche Mängel auf.

Zutaten im Mörser zerstampfen und fertig ist die Pesto Genovese.
Zutaten im Mörser zerstampfen und fertig ist die Pesto Genovese.

Seit mehr als 200 Jahren wird Pesto Genovese von Hausfrauen und Köchen in Nordwest-Italien hergestellt. Doch das Rezept ist nicht patentiert, daher ist das seit etwa 20 Jahren von der Industrie gefertigte Pesto an keine Zutaten gebunden. Mit weitreichenden Folgen.

So finden sich Keime, Schadstoffe und billige Zutaten in Fertigpesto - schlechten Geschmack gibt es oft noch obendrauf. Und so fiel jedes dritte von der Stiftung Warentest untersuchte Basilikum-Pesto mit der Note "mangelhaft" durch, wie die Zeitschrift "test" in ihrer August-Ausgabe berichtet. Insgesamt untersuchten die Tester 30 Pastasoßen mit Basilikum. Dabei bekamen nur drei Produkte das Qualitätsurteil "gut".

So betreiben fünf der sechs traditionellen Hersteller von Pesto Genovese im Test laut Stiftung Warentest Etikettenschwindel. Hier werden teure Zutaten ganz oder teilweise durch billigere ersetzt: Sonnenblumen- statt Olivenöl, Cashew- statt Pinienkerne, Kartoffelflocken oder Weizengrieß statt Parmesan und Pecorino. Als Alternative zum Original "Pesto Genovese" bietet der  Handel "Pesto alla Genovese", "Pesto Verde" oder "Basilikumpesto" an. Immerhin konnten in diesem Segment die drei Testsieger ausfindig gemacht werden. Bei anderen Nudelsoßen wurde hingegen der Geschmack bemängelt oder die Tester fanden unzulässige Bambusfasern oder sogar Verderbniskeime.

Im Biopesto der Schweizer Firma Ppura wies die Stiftung Warentest den potenziell krebserregenden Schadstoff Anthrachinon nach. Demnach war die analysierte Menge 80-mal so hoch wie der zulässige Höchstgehalt. Bereits vor Erscheinen des Tests warnte die Stiftung vor dem Verzehr und informierte den Anbieter, der das Produkt umgehend zurückrief. Laut Hersteller wird das Pesto nun regelmäßig auf Pestizide untersucht.

Als "gut" bewerteten die Tester lediglich "Frische Pesto Basiliko" von Hilcona (2,08 Euro/100 Gramm), "Casa Morando Pesto Verde" von Aldi Nord (0,63 Euro/100 Gramm) und "Pesto alla Genovese" von Rewe (0,78 Euro/100 Gramm).

Die Liste der mangelhaft getesteten Soßen ist weitaus länger. Und so empfehlen die Tester von Pesto-Produkten der Produzenten "Flaschenweise", "Jamie Oliver", "Lidl", "Strauss Innovation", "Terra Santa", "Bio-verde", "La Gallinara", "Lucchi & Guastalli", "Terre de Liguria", "Berbacher" und Ppura die Finger zu lassen.

Quelle: n-tv.de

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