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BAföG, Studienkredite oder Stipendien Finanzhilfen für Studenten

Für viele junge Menschen beginnt in diesen Wochen das Studium. Wer studieren möchte, fragt sich oft, wie er das finanzieren soll. Wichtigste Quellen sind nach wie vor die Unterstützung der Eltern und Nebenjobs. Aber auch BAföG, Studienkredite und Stipendienangebote bieten Alternativen zur Finanzierung.

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Neben Fachliteratur, Studiengebühren, Dosenravioli und Rotwein muss auch noch das WG-Zimmer bezahlt werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Geld spielt, wie in allen anderen Lebensbereichen, auch beim Studium eine große Rolle. Manchmal scheitert das Projekt schon an der Finanzierung. Neben den eigenen Eltern gibt es aber noch andere Finanzierungsmöglichkeiten.

BAFÖG:

Der Staat greift Studenten unter die Arme, wenn Eltern nicht für den Unterhalt aufkommen können. Der Höchstbetrag nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz liegt derzeit bei 670 Euro monatlich - der Durschnitt bei 452 Euro. Andere Bemessungsgrenzen gelten bei einem Auslandsstudium oder wenn Studenten Kinder haben. Neben eigenem Einkommen oder Vermögen spielen auch das Einkommen der Eltern, der Familienstand und die Geschwisterzahl eine Rolle. Außerdem dürfen Studenten bei Beginn ihrer Ausbildung das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Bei der Aufnahme eines Masterstudiengangs gilt die Grenze von 35 Jahren.

Das Studenten-BAföG besteht je zur Hälfte aus einem Zuschuss und einem zinslosen Darlehen des Staates. Das Darlehen von maximal 10.000 Euro muss nach Ende des Studiums zurückgezahlt werden. Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer und dauert höchstens 20 Jahre. Einen Teilerlass gibt es etwa für ein besonders schnelles Studium oder herausragende Leistungen. Wer sehr wenig verdient, kann sich von der Rückzahlung freistellen lassen. Rund ein Viertel der Studierenden bekommt BAföG. Den voraussichtlichen Förderbetrag können sich Interessierte im Internet vorab errechnen lassen.

Kredite:

Das Studentenwerk empfiehlt den Studienkredit der staatseigenen KfW-Bankengruppe. Bis zu 14 Semester lang sind Gelder in Höhe von hundert bis 650 Euro monatlich möglich. Voraussetzung ist, dass Studenten zu Kreditbeginn nicht älter als 34 Jahre alt sind. Der Kredit ist vom eigenen Einkommen und dem der Eltern unabhängig. Nach der Auszahlung gibt es eine Karenzzeit von maximal 23 Monaten, dann beginnt die Tilgung, die insgesamt maximal 25 Jahre dauern darf. Der Zinssatz ist variabel und wird zwei Mal im Jahr angepasst.

Die staatseigene KfW-Bankengruppe bietet den Bildungskredit an. Auch dieses Angebot ist vom eigenen Einkommen oder Vermögen und dem der Eltern unabhängig und richtet sich an Studenten, die zu Kreditbeginn im fortgeschrittenen Studium und nicht älter als 36 Jahre sind. Die Förderbeträge liegen monatlich in der Regel zwischen 100 und 300 Euro, maximal 24 Monatsraten sind möglich. Nach einer mit der ersten Auszahlung beginnenden Frist von vier Jahren muss der Kredit zurückgezahlt werden. Der Zinssatz ist durch die Bundesgarantie sehr niedrig.

Die Studentische Darlehenskasse e.V. bietet ein Studienabschlussdarlehen an und unterstützt Studenten unabhängig von Alter, Semesterzahl und Noten. Dieser Kredit kann in den letzten zwei Jahren des Studiums - im Bachelorstudium im letzten Jahr - beantragt werden. Zahlungen von bis zu 750 Euro monatlich sind möglich. Auch für diese Kredite fallen Zinsen an.

Stipendien:

Es gibt zwölf vom Bundesbildungsministerium unterstützte Begabtenförderungswerke, darunter die parteinahen und kirchlichen Stiftungen sowie die unabhängige Studienstiftung des deutschen Volkes mit jeweils eigenen Programmen. Deren Darlehen decken in der Regel aber nur einen Teil der Lebenshaltungskosten der Studenten.

Seit vergangenem Jahr gibt es zudem das Deutschlandstipendium, das zur Hälfte vom Bund gestützt wird. Maximal 300 Euro monatlich können Begabte daraus erhalten. Das Stipendium gilt für mindestens zwei Semester und maximal bis zum Ende der Regelstudienzeit. Über die Bewerbungen entscheidet die jeweilige Uni.

Quelle: n-tv.de, AFP

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