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Hipp und Demeter betroffen Gentechnik im Bio-Babybrei

Wer Bioprodukte kauft, der verlässt sich darauf, dass sie frei von Gentechnik sind. Zu Unrecht, denn sogenannte CMS-Hybride sind auch in Produkten mit Biosiegel erlaubt. Die meisten Bio-Anbieter lehnen das aber strikt ab. Jetzt findet ein deutsches TV-Magazin dennoch gentechisch verändertes Gemüse in Babynahrung.

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Hipp will die Ware der Zulieferer noch stärker analysieren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bio-Babynahrung ist nicht immer frei von Gentechnik. Das hat das ZDF- Magazin "WISO" hat in einer Stichprobe festgestellt. 37 Gläser Babynahrung schickten die Tester dafür ins Labor. Bei Hipp und Demeter ließ sich gentechnisch verändertes Gemüse nachweisen. Betroffen waren alle Proben der Demeter-Holle Babynahrung "Brokkoli mit Vollkornreis" und knapp ein Viertel der untersuchten Proben von Hipp.  Die Produkte von Alnatura und Bioland blieben dagegen unauffällig.

Bei den betroffenen Gemüsesorten handelt es sich um sogenannte CMS-Hybride, deren Einsatz in Bionahrung grundsätzlich zulässig ist. CMS steht für "Cytoplasmatische Männliche Sterilität" und bewirkt, dass sich die Pflanzen nicht mehr selbst bestäuben. Die natürliche Generationenfolge wird somit aufgelöst und Bauern müssen das Saatgut jeweils neu einkaufen. Dafür profitieren sie von guten Erträgen. Die männliche Sterilität kommt auch natürlich vor, etwa bei der Sonnenblume. Züchter übertragen die Eigenschaft mittels Zellfusion auf Gemüsesorten wie Blumenkohl, Chicorée oder Brokkoli.

Beim Bio-Siegel nicht verboten

Die Zellfusion zählt zwar nach der EU-Freisetzungsrichtlinie zur Gentechnik. Für CMS-Hybride gilt allerdings eine Ausnahme, der zufolge konventionelle Landwirte, aber auch Bio-Bauern, die nach EU-Standard produzieren, CMS-Hybride anbauen und vermarkten dürften. Die deutschen Bio-Verbände erlauben das aber aber nicht, in den Richtlinien von Demeter sind CMS-Hybride auch explizit verboten. Auch die Firma Hipp lehne CMS-Hybride strikt ab, betont Geschäftsführer Johannes Doms. Es dürften nur Gemüsesorten eingesetzt werden, die nicht gentechnisch verändert seien. Dem Ergebnis der WISO-Stichprobe wolle man nun nachgehen und die Analysen künftig verschärfen.

Demeter erklärte inzwischen, man habe eigene Untersuchungen in Auftrag gegeben um "rechtsbelastbare Analyseergebnisse" zu erhalten. "Sollte sich herausstellen, dass in den von "WISO" getesteten Babygläschen kein Demeter-Brokkoli war, werden wir diese Ware vom Markt nehmen", sagte Demeter-Vorstand Alexander Gerber. Bereits vor zwei Monaten hatte "WISO" in einem Test herausgefunden, dass Tiefkühl-Blumenkohl der Demeter-Marke Natural Cool gentechnisch verändert war. Damals hatte Demeter die Ware sofort vom Markt genommen.

Quelle: n-tv.de, ino

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