Ratgeber

Schnelle Schnäppchen bei Amazon Gericht verbietet Lockangebote

Wochenlang wirbt Amazon für seinen "Tag der Tieftspreise", den "Cyber Monday". Wer von den Schnäppchenangeboten profitieren will, muss allerdings flinke Finger und einen schnellen Rechner haben, denn die meisten Schnäppchenangebote stehen nur für Sekunden zur Verfügung. So geht es nicht, entscheidet nun das Berliner Landgericht.

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Viele Angebote waren schneller weg, als man klicken kann.

(Foto: picture alliance / dpa)

Amazon darf auf seiner deutschen Webseite keine Lockangebote verbreiten. Mit Tiefstpreisen darf der Online-Händler nur dann werben, wenn die für einen Zeitraum von zwei Stunden angebotenen Produkte mindestens eine halbe Stunde vorrätig sind. Das hat jetzt das Landgericht Berlin entschieden. Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), nachdem sich zahlreiche Kunden über die Sonderaktion "Cyber Monday 2010" beschwert hatten. Damals waren Verkaufsgegenstände innerhalb von Sekunden vergriffen.

Amazon hatte die Aktion Wochen vorher angekündigt und Kunden über die zum Kauf angebotenen Produkte abstimmen lassen. Am "Cyber Monday im November 2010" war es dann so weit: Im Zwei-Stunden-Rhythmus gab es jeweils fünf Produkte – von der Spielkonsole bis zur elektrischen Zahnbürste - zu drastisch reduzierten Preisen. Davon profitierten allerdings nur die Allerschnellsten, denn die meisten Angebote waren schon Sekunden nach dem Verkaufsstart "ausverkauft". Zu kaufen waren sie trotzdem noch – zum regulären Preis im Onlineshop.

Die reduzierte Ware sei so stark begrenzt worden, dass die große Mehrheit der Interessenten gar nicht zum Zuge kommen konnte, monierte der vzbv. Ziel der Sonderaktion sei es gewesen, möglichst viele Verbraucher Amazon-Seiten zu locken, damit sie sonstige Produkte bestellten. Das sah auch das Berliner Landgericht so und gab der Unterlassungsklage statt. Die reduzierte Ware müsse mindestens während des ersten Viertels des Angebotszeitraums erhältlich sein. Noch ist das Urteil allerdings nicht rechtskräftig.

Quelle: ntv.de, ino

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