Ratgeber

Voller Flugpreis gleich bei Buchung Große Airlines kassieren Abmahnung

Wer einen Flug bucht, muss einen großen Teil der Rechnung sofort bezahlen,manchmal auch den kompletten Preis. Die Verbraucherzentrale NRW hält das für unzulässig, schließlich würden Kunden damit ein Risiko eingehen. Fünf große Fluggesellschaften bekommen nun eine Abmahnung ins Haus.

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Der Flug muss bezahlt werden, lange bevor die Maschine abhebt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat sechs Fluggesellschaften abgemahnt, weil sie sofort bei der Buchung den vollen Flugpreis von ihren Kunden verlangen. "Der Flugpreis sollte frühestens 30 Tage vor Abrei se fällig werden" und nicht Monate vorher, erklärte der Vorstand der Verbraucherzentrale, Klaus Müller. Die Abmahnungen richten sich gegen Air Berlin, Condor, TUI fly, Germanwings, Lufthansa und Germania. Wenn sie nicht bis Ende Mai einen Verzicht auf die Klauseln erklären, will die Verbraucherzentrale klagen.

"Die Vertragsbestimmungen verstoßen klar gegen das Prinzip "Ware gegen Geld"", erklärte Müller. "Der Fluggast trägt das Risiko, sein Geld im Fall einer Pleite der Fluggesellschaft nicht zurückzubekommen." Zudem verliere er das Druckmittel, Geld zurückbehalten zu können, falls die Airline von der Flugzeit oder den vereinbarten Flughäfen abweichen wolle. Eine Anzahlung sei allenfalls akzeptabel, wenn die Fluggesellschaft eine Insolvenzsicherung vorweisen könne. Diese ist bislang allerdings nur für Reiseveranstalter Pflicht, bei Fluggesellschaften aber nicht.

Erfolgreiche Klagen gegen Reiseveranstalter

Gegen fünf Reiseveranstalter haben die Verbraucherschützer bereits Klage erhoben, weil sie Vorauszahlungen zwischen 25 und 100 Prozent des Reisepreises verlangten. Zwei Gerichte hätten inzwischen die Auffassung der Verbraucherschützer bestätigt, dass die Veranstalter gegen das "Zug-um-Zug-Prinzip verstoßen", wonach Kunden erst zahlen müssten, wenn sie die Leistung erhalten hätten, erklärte Müller. Das Landgericht Frankfurt sehe dieses Prinzip schon dann verletzt, wenn die Anzahlung über 20 Prozent liege. (Az 2.24 O 196/12).

Die Reiseveranstalter beriefen sich aber stets auf den Hinweis, dass die hohen Vorauszahlungen auch bei Fluggesellschaften üblich seien. Das habe die Verbraucherschützer bewogen, auch die dortigen Vorauskasseregeln unter die Lupe zu nehmen. Bei Air Berlin habe es dazu gar keine Regelungen gegeben, moniert Müller: "Da gibt es im Kleingedruckten keine Vorauskasseregeln. Der Kunde akzeptiert per Bezahlung mit Kreditkarte oder Lastschriftverfahren, dass der komplette Flugpreis zu einem Zeitpunkt abgebucht wird, auf den er keinen Einfluss hat."

Quelle: ntv.de, ino