Ratgeber

Putenschinken und Schmelzkäse Gutfried macht kein "Cordon Bleu"

Woher der Name "Cordon Bleu" kommt, ist ungewiss, klar ist aber, was drin sein sollte: Kalbsschnitzel, Käse und Schinken. Und letzterer kommt in aller Regel vom Schwein. Das muss auch der Geflügelhersteller Gutfried einsehen, der seine Puten-Formschnitte mit Putenschinken nicht mehr als "Cordon Bleu" vermarkten darf.

Wer die Schnitzelspezialität "Cordon Bleu" herstellt, muss sie mit Schweineschinken und hochwertigem Käse füllen. Einlagen mit Putenschinken und einer Schmelzkäsezubereitung seien dazu geeignet, den Verbraucher zu täuschen, hat das Verwaltungsgericht Stuttgart entscheiden.

Geklagt hatte der Geflügel-Produzent Gutfried, der sein Fertigprodukt  "Puten-Formschnitte Cordon Bleu" weiter unter der bisherigen Bezeichnung vermarkten wollte. Die Aufschrift auf der Verpackung macht allerdings nicht deutlich, dass der Schweinefleisch-Gehalt gleich Null ist: "Schnitte aus zum Teil fein zerkleinertem Putenfleisch zusammengefügt, mit Schinken und Käse gefüllt, paniert und gegart" heißt es dort. Die Richter sahen darin einen Verstoß gegen das Irreführungsverbot des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (Az.: 4 K 2394/11).

Die Angabe "Schinken" weise nach allgemeiner Auffassung auf Schweineschinken hin. Der Verbraucher erwarte bei "Cordon Bleu" eine Füllung mit Schweineschinken. Auch die Verwendung des Begriffs "Käse" für die Füllung der Putenschnitte sei irreführend, denn es werde nur eine Schmelzkäsezubereitung verwendet und damit bewusst eine höherwertige Beschaffenheit der Füllung vorgespiegelt. Gegen das Urteil kann Berufung vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim eingelegt werden.

Quelle: ntv.de, ino/dpa