Ratgeber

11.500 Euro für Software-Aktualisierung Handynutzer surft versehentlich

Die Installation einer Navigations-Software wird für einen Handynutzer zum finanziellen Desaster: 11.500 Euro soll er seinem Mobilfunkanbieter zahlen, weil das Programm stundenlang Daten aus dem Netz lädt. Vor Gericht blitzt der Mann zunächst ab.

Smartphones werden immer beliebter, doch längst nicht jeder Nutzer kauft deshalb regelmäßig Apps. (Bild: dpa)

Ohne Datenflatrate kann das Smartphone gefährlich werden.

Eine gute Nachricht für Handynutzer kommt vom Oberlandesgericht (OLG) Schleswig. Ein Kunde muss eine Rechnung über 11.500 Euro nicht bezahlen, wenn ihn sein Mobilfunkanbieter nicht darüber informiert hat, dass bei der Einrichtung eines Programms automatisch eine kostenpflichtige Internetverbindung gestartet wird. Habe das Unternehmen nicht auf diese Kostenfalle hingewiesen, verletze es seine Pflichten gegenüber dem Kunden und den Grundsatz von Treu und Glauben, heißt es der Entscheidung des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts. (Az.: 16 U 140/10)

Ein Kunde hatte von seinem Mobilfunkanbieter bei der Vertragsverlängerung ein neues Handy mit Navigationssoftware erworben. Was er nicht wusste: Das Programm startete bei seiner Installation automatisch eine Aktualisierung des Kartenmaterials über das Internet, die mehrere Stunden dauerte. Ein teurer Spaß, wenn keine Datenflatrate vorhanden ist. Das merkte der Kunde aber erst, als ihm die Handyrechnung ins Haus flatterte: Für 20 Tage waren 11.498,05 Euro fällig.

Weil der Mann sich weigerte, diesen Betrag zu zahlen, zog der Mobilfunkanbieter vor das Landgericht Kiel und bekam dort in erster Instanz recht. Dagegen legte der Kunde Berufung ein, mit Erfolg: Die Schleswiger Richter gaben ihm recht und ließen gegen ihr Urteil keine Revision zu. Im Verhalten des Mobilfunkanbieters sahen sie eine Verletzung vertraglicher Pflichten. Der Käufer des Mobiltelefons habe davon ausgehen können, dass die Navigationssoftware auf aktuellem Stand sei. Vor den Kosten einer nötigen Aktualisierung habe das Unternehmen den Kunden warnen müssen.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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