Ratgeber

Wechsel in Private Krankenversicherung Im Oktober noch kündigen

Ab dem 21. Dezember wird es für Männer deutlich teurer, sich privat krankenzuversichern. Wer jetzt noch den Systemwechsel von der gesetzlichen Krankenkasse plant, sollte sofort kündigen, sonst zahlt er doppelt. Doch eine gute Wahl ist die Private ohnehin nur für wenige, schreibt "Finanztest".

Wer schon privat versichert ist, kann später in einen Unisex-Tarif wechseln. Umgekehrt funktioniert das aber nicht.jpg

Noch gibt es für Männer und Frauen bei Versicherungen unterschiedliche Tarife. Ab Dezember müssen Versicherer allerdings Unisex-Tarife anbieten.

Männer, die in die private Krankenversicherung wechseln wollen, sollten sich beeilen. Denn Neuabschlüsse nach dem 21. Dezember werden für sie teurer als die bisher gültigen Angebote. Ab diesem Datum dürfen Versicherungen nur noch Unisex-Tarife anbieten, die unabhängig vom Geschlecht kalkuliert werden. Weil Männer in der Krankenversicherungsstatistik weniger Kosten verursachen als Frauen, sind sie jetzt noch im Vorteil – aber eben nicht mehr lange.

Die geschlechtsneutralen Tarife gelten zwar erst ab dem 21. Dezember, doch die neue Police sollte schon bis zum 1. Dezember in trockenen Tüchern sein. Danach kommt man nicht mehr zu den alten Konditionen in die Private Krankenversicherung, warnt die Stiftung Warentest in der November-Ausgabe des "Finanztest"-Magazins.

Wer die gesetzliche Krankenkasse (GKV) nicht schon gekündigt hat, bekommt allerdings ein Überschneidungsproblem: Die GKV hat eine Kündigungsfrist von zwei Monaten, so dass man bei einer Kündigung im Oktober erst zum 31. Dezember aus dem Vertrag heraus kommt. Wenn die Private Krankenversicherung am 1. Dezember startet, zahlt man also einen Monat lang doppelte Versicherungsprämien. Eine mögliche Lösung kann eine sogenannte "Anwartschaftsversicherung" ohne Leistungsanspruch sein. Dann beginnt der private Vertrag erst  zu laufen, wenn die gesetzliche Versicherung endet.

Kündigung ist nicht endgültig

Auch wenn man noch keinen konkreten Anbieter im Auge hat, aber wechseln möchte, sollte man mit der Kündigung nicht zögern. Denn der Versicherungsschutz bei der Gesetzlichen Kasse erlischt nur, wenn innerhalb der Kündigungsfrist ein neuer Versicherer genannt wird. Findet man keinen guten Privattarif, bleibt man automatisch beim bisherigen Anbieter.

Für die meisten gesetzlich Versicherten ist das ohnehin die bessere Wahl. Ein Systemwechsel kommt nur für diejenigen infrage, die mehr als 50.850 Euro verdienen, keine Familie haben, die sie mitversichern wollen und die gesund und jünger als Mitte 40 sind. Eine weitere Voraussetzung ist die Bereitschaft, regelmäßig Geld für den Krankenversicherungsbeitrag im Alter zurückzulegen.

Privat kann richtig teuer werden

Denn auch wenn die Privaten vieles übernehmen, was Kassenpatienten selbst zahlen müssen: Sie können dafür auch regelmäßig die Beiträge erhöhen, wenn die Ausgaben steigen. Zwar kann der Gesetzgeber auch für die gesetzliche Krankenversicherung höhere Beitragssätze festlegen. Allerdings bleibt der Monatsbeitrag hier immer abhängig vom Einkommen, sinkt also im Rentenalter. In der Privaten kann sich das Verhältnis umkehren und der Beitrag im Rentenalter ein Vielfaches des Eintrittsbeitrags ausmachen. Wer das nicht mit einkalkuliert, muss mit den Folgen leben: Ein Wechsel zurück ist schwierig und ab 55 Jahren nur noch im Ausnahmefall möglich.

Ohnehin sollte Geld sparen nicht die höchste Priorität haben, wenn es um den Wechsel in die Private geht. Nur wegen der anfangs niedrigeren Beiträge sollte sich niemand privat versichern, rät "Finanztest". Billige Einsteigertarife unter 100 Euro hätten oft gefährliche Leistungslücken, die sich im Ernstfall auch nicht nachversichern ließen. Der Versicherungsumfang sollte mindestens dem der gesetzlichen Kassen entsprechen.

Wer sich für den Wechsel interessiert, lässt sich am besten von einem Honorarberater helfen. Zwar nimmt der für seine Leistungen Geld, allerdings bekommt er keine Provision von der Versicherung. So kann man sicher sein, dass man das beste Angebot bekommt, nicht das mit der höchsten Vermittlungsprämie.   

Private Krankenversicherung im Vergleich

Quelle: ntv.de, ino

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