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Verschwendung bei Kfz-Versicherung Kampf um Kunden eröffnet

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Wer vergangenes Jahr noch günstig war, muss es dieses Jahr nicht auch sein. Ein Vergleich lohnt.

(Foto: Claudia Hautumm, pixelio.de)

Jetzt bricht wieder die Wechselsaison an. Wer seinen Vertrag bis Ende November kündigt – entscheidend ist der Eingang der Kündigung beim Versicherer – kann in der Regel sein Glück zum 1. Januar mit einem neuen Vertragspartner versuchen. Alljährlich kreiert die Stiftung Warentest die unterschiedlichsten Modellfälle, um die verschiedensten Rabattmöglichkeiten zu berücksichtigen.

Da werden die besten Tarife für Singles, junge Familien, Idealkunden, Vielfahrer, Rentner, Fahranfänger, usw. ausgelobt. Dass diese Vorgehensweise sinnvoll ist, zeigt das Ergebnis. Zwar tauchen die ein oder anderen Versicherungsnamen häufiger auf als andere aber grundsätzlich lässt sich keine eierlegende Wollmilchsau finden, die für jeden Modellfall den passenden Tarif zu den günstigsten Konditionen parat hat. Sicher ist nur eins: Selbst unter den günstigsten Anbieter kann man laut Stiftung Warentest bis zu 200 Euro jährlich sparen. Die Spanne zwischem günstigsten und teuersten Angebot liegt zum Teil sogar über 1000 Euro pro Jahr.

Vergleichsrechner helfen

Da hilft nur eins. Die eigenen Versicherungsunterlagen zücken, genau den Leistungskatalog studieren und dann vergleichen, vergleichen, vergleichen. Ohne Vergleichsrechner, die im Internet zahlreich zu finden sind, ist dies nicht möglich. Die Online-Helfer fragen hingegen jeden Tatbestand ab, um so den günstigsten Tarif herauszufiltern. Kilometerleistung, Alter, Abstellplatz, Nutzerkreis, Nahverkehrskarte und vieles mehr fließen in die Auswertung ein. Doch nicht jeder Vergleichsrechner listet jede Versicherung. Deshalb sollte man ruhig mehrere ausprobieren.

 

In Sachen Rabatte für bestimmte Tatbestände sollte man sich nicht selbst belügen, denn falsche Angaben bleiben mitunter nicht ohne Konsequenzen. Zu den üblicheren Möglichkeiten zählen sicher der Garagen- oder auch der Kilometer-Rabatt. Der sogenannte Garagenrabatt steht dafür, dass ein geringerer Versicherungsbeitrag gezahlt wird, wenn der Wagen nicht auf der Straße, sondern in einer Garage geparkt wird. Der Grund für den Nachlass ist naheliegend: Hinter der abgeschlossenen Garagentür besteht ein geringeres Risiko, dass der Wagen entwendet wird.

 

Ähnlich ist es bei den Rabatten, die damit zusammenhängen, dass der Versicherte angibt, nur eine begrenzte jährliche Kilometerleistung mit dem Wagen zu fahren. Ein Wenigfahrer ist daher nicht so oft auf der Straße unterwegs - und damit ist auch die Unfallgefahr geringer als bei einem Vielfahrer.

Unübersichtlicher Tarifdschungel

Allerdings beweisen die Versicherungen einiges an Kreativität - die Menge der möglichen Rabatt-Arten ist unübersichtlich geworden. So gibt es laut dem Auto Club Europa (ACE) zum Beispiel auch einen Öko-Rabatt, wenn der Versicherungsnehmer ein sparsames Fahrzeug lenkt. Der Hausbesitzer-Rabatt senkt die Prämie, wenn der Kunde im Eigenheim lebt, der "Lady"-Rabatt steht zur Verfügung, wenn das Auto nur von einer Frau gefahren wird, und der Einzelfahrer-Rabatt gilt, wenn immer nur eine bestimmte Person am Lenkrad sitzt. Daneben gibt es den Berufsgruppen-Rabatt, den Zweitwagen-Rabatt, den Sicherheitstrainings-Rabatt, den Fahrerkreis-Rabatt und, und, und.

 

Doch ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn ein Rabatt ist zwar ein Nachlass auf den Beitrag - was aber nicht bedeutet, dass es hier am günstigsten ist. Laut ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner gilt nämlich eine Faustformel: "Je mehr Rabatte, desto höher ist der Grundtarif, der zu entrichten ist." Schließlich wollen die Versicherungen keine Geschenke machen: Rabatte sind Marketingmaßnahmen, deren Ziel allein darin besteht, möglichst viele neue Kunden anzuwerben.

 

Vertragsstrafen möglich

 

Rabatte gehen immer mit Einschränkungen einher. Oft werden Vertragsstrafen vereinbart, wenn man sich nicht an die eigenen Angaben hält. Diese können fällig werden, wenn der mit einem Garagen-Rabatt versicherte Wagen nicht in der Garage stand, als der Autodieb zugeschlagen hat. Die Versicherung regelt den Fall dann zwar meist wie gewohnt. Als Vertragsstrafe kann aber zum Beispiel ein Jahresbeitrag zusätzlich fällig werden - und dass der Rabatt künftig nicht mehr gewährt wird, dürfte ebenfalls klar sein.

 

Wer sich also für einen Rabatt interessiert, sollte ihn mit Bedacht in Anspruch nehmen. Es kommt auch auf die genaue Formulierung an. Heißt es zum Beispiel "muss in der Garage stehen" oder "muss regelmäßig in der Garage stehen". Denn "muss in der Garage stehen" bedeutet, dass der Wagen daheim immer hinter der verschlossenen Tür abgestellt werden muss.

 

Man muss solche Dinge für sich selbst kritisch hinterfragen und dabei nicht nur die aktuelle Situation, sondern auch die nahe oder fernere Zukunft bedenken. Schließlich kann eine berufliche Veränderung für einen bisherigen Wenigfahrer mit hohen Kilometerleistungen verbunden sein, und nach einem Wohnungswechsel ist das Parken in der Garage unter Umständen gar nicht mehr möglich. In diesen Fällen kann man seine Versicherung natürlich auch nachträglich über die geänderten Umstände informieren – was sich dann aber wieder in einem höheren Beitrag niederschlägt.

 

Vergleichsrechner - Kfz-Versicherungen

Quelle: n-tv.de

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