Ratgeber

Treuepunkte zu erfolgreich Kein Abbruch von Rabattaktion

Kunden sammeln wochenlang Treuepunkte im Supermarkt. Als sie die vollgeklebten Heftchen dann gegen verbilligte Zwilling-Messer eintauschen wollen, müssen sie feststellen, dass der Händler die Rabattaktion vorzeitig beendet hat. So geht es nicht, entscheidet das Kölner Oberlandesgericht.

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Die Zwilling-Messer erwiesen sich als beliebter als angenommen.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Treue zahlt sich aus – nach diesem Motto verteilen Supermärkte bei jedem Einkauf ab einem bestimmten Wert Klebemarken oder Herzen. Wer genügend davon gesammelt hat, darf am Ende wieder einkaufen gehen: Zu vergünstigten Preisen gibt es dann Markenware wie Geschirr oder Badezimmerutensilien. Ob sich die Sammelei tatsächlich lohnt, sei dahingestellt. Ärgerlich wird es aber, wenn der Händler die Aktion einfach vorzeitig für beendet erklärt. Das sei Irreführung des Verbrauchers, befand jetzt das Oberlandesgericht Köln. Nur wenn Einzelhändler ausdrücklich in den Teilnahmebedingungen auf diese Möglichkeit hinweisen, dürfen sie Rabattmarkenaktionen früher als geplant abbrechen.      

Damit gaben die Richter der Klage einer Verbraucherzentrale gegen eine Supermarktkette statt. Diese hatte zusammen mit dem Messer-Hersteller Zwilling eine Rabattmarken-Aktion veranstaltet. Mit ihrem vollgeklebten Rabattheftchen sollten Kunden Zwilling-Messer besonders günstig erwerben können. Die Messer erwiesen sich allerdings als beliebter als geplant: Geschätzte 4,5 Millionen Kunden wollten die Messer kaufen, was die Kapazitäten von Zwilling überstiegen hätte. Daraufhin machte der Händler der Aktion zwei Monate früher als geplant ein Ende.

Anbieter muss vorbauen

Das hätte er nicht tun dürfen, befanden die Richter. Bei der Teilnahme an einer Rabattmarkenaktion erwarte der Verbraucher, dass sich der Anbieter gut mit den verbilligten Waren eingedeckt habe - und zwar so gut, dass Kunden auch gegen Ende des angekündigten Aktionszeitraumes noch von dem Rabattangebot Gebrauch machen könnten.

Andernfalls liege in der einschränkungslosen Angabe eines Endzeitpunktes des Sonderverkaufs eine Irreführung der Teilnehmer. Der Ansturm habe die Handelskette auch nicht unerwartet getroffen: Angesichts ähnlich großer Erfolge früherer Aktionen hätte sie das Interesse voraussehen können und sich ausreichend bevorraten müssen, so das Gericht.

Gegen das Urteil ist Revision beim Bundesgerichtshof möglich. Nach Angaben des Kölner Gerichts gibt es noch keine höchstrichterliche Rechtsprechung zum vorzeitigen Abbruch von Rabattaktionen.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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