Ratgeber
Montag, 21. November 2011

Bei Bewerbung besser schweigen : Keine Chance nach Depression

Burn-Out gilt mittlerweile als Massenphänomen, die Krankheit macht einen längst nicht mehr automatisch zum gesellschaftlichen Außenseiter. Im Bewerbungsgespräch sollte man das Thema trotzdem besser elegant umschiffen - zur Not auch mogeln.

Burn-Out galt lange als Manager-Krankheit.
Burn-Out galt lange als Manager-Krankheit.(Foto: dpa)

Psychische Erkrankungen wie eine Depression sind im Vorstellungsgespräch ein sicheres K.o.-Kriterium. Wer als Bewerber seine Chancen wahren will, sollte sie lieber verschweigen. "Der Grundsatz: 'Ehrlich währt am längsten' gilt hier ausnahmsweise nicht", erklärt Karriereberaterin Svenja Hofert. Aus ihrer Praxis als Bewerbungsberaterin könne sie sagen, dass Arbeitgeber meistens abgeschreckt reagieren, wenn ein Arbeitnehmer offensiv mit seiner Krankheit umgeht. Das sei etwa der Fall, wenn die Lücke im Lebenslauf wahrheitsgemäß mit einem Aufenthalt in einer Klinik wegen Depressionen erklärt wird.

"Viele Arbeitgeber fragen sich dann: 'Wollen wir das? Jemandem mit einer Depression?'" Und die Antwort laute dann meistens "Nein", erklärt Hofert. Sie empfiehlt daher Arbeitnehmern mit einer psychischen Erkrankung, sich alternative Erklärungen zu überlegen, wenn in einem Lebenslauf eine Lücke entstanden ist - etwa wegen eines längeren Klinikaufenthalts.

Eine Ausrede könne sein, dass der Arbeitnehmer ein Sabbatical genommen habe. Eine Möglichkeit sei es auch zu sagen, man habe sich von einem schweren Unfall erholen oder einen Angehörigen pflegen müssen. Rechtlich sauber sei diese Lösung aber nicht, erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht. "Denn wer im Bewerbungsgespräch die Unwahrheit sagt, täuscht den Arbeitgeber." Komme das heraus, dürfe der Arbeitgeber den Arbeitsvertrag gegebenenfalls anfechten. Die korrekte Lösung sei, im Vorstellungsgespräch zu sagen: "Ich war krank, aber über die Details möchte ich nichts sagen."

Quelle: n-tv.de

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