Ratgeber

Grundsatzurteil für Schichtarbeiter Keine Nachtarbeit bei Gesundheitsproblemen

In vielen Berufen wird die Bereitschaft zur Nachtarbeit vorausgesetzt. Doch was, wenn die Gesundheit nicht mehr mitmacht? Dann können Schichtarbeiter nicht für arbeitsunfähig erklärt werden, entscheidet das Bundesarbeitsgericht.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat die Rechte von Schichtarbeitern im Streit um Nachtarbeit erheblich gestärkt. Können Betroffene aus gesundheitlichen Gründen keine Nachtschichten mehr leisten, sind sie nicht arbeitsunfähig krank, sondern haben Anspruch auf Beschäftigung ohne Nachtschicht, heißt es in dem Grundsatzurteil. Das Gericht schützt Schichtarbeiter damit vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes. (Az. 10 AZR 637/13)

Im verhandelten Fall konnte eine Krankenschwester nach knapp 30 Jahren im Schichtdienst aus gesundheitlichen Gründen keine Nachtschichten mehr leisten. Sie erklärte sich aber ausdrücklich bereit, alle anderen Schichten weiter zu übernehmen. Trotzdem schickte sie der Arbeitgeber nach Hause, weil sie wegen ihrer Nachtdienstuntauglichkeit arbeitsunfähig krank sei. Sie erhielt zunächst Entgeltfortzahlung und später dann Arbeitslosengeld.

Doch damit wollte sich die Krankenschwester nicht abfinden und klagte sich durch alle Instanzen - mit Erfolg. Die Frau sei nicht arbeitsunfähig krank und könne alle Tätigkeiten einer Krankenschwester ausführen, bestätigte das Bundesarbeitsgericht. Das Krankenhaus müsse deshalb bei der Schichteinteilung auf die Gesundheitsbeschwerden der Frau Rücksicht nehmen. Die Krankenschwester bekommt nicht nur ihre Job zurück, sondern hat auch Anspruch auf rückwirkende Vergütung. Schließlich habe sie ihre Arbeit vertragsgemäß angeboten, nur habe das Krankenhaus die Annahme der Leistung verweigert.  

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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