Ratgeber

"Welches Tier wären Sie?" Knifflige Fragen im Bewerbungsgespräch

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Mit so mancher Frage bringen Personaler den Bewerber ins Schwitzen.

(Foto: imago/Panthermedia)

So mancher Personaler lässt es im Vorstellungsgespräch krachen. Schließlich gilt es, dem Bewerber richtig auf den Zahn zu fühlen. Um dann nicht nur mit dem Schweißfilm auf der Stirn zu glänzen, kann es hilfreich sein, die nachfolgenden 20 außergewöhnlichsten Fragen zu kennen.

Der Wunschjob ist zum Greifen nah. Jetzt gilt es nur noch, das persönliche Gespräch zu bestehen. Und das läuft zunächst gut. Doch nach dem üblichen Geplänkel und ein paar Standardfragen greift der Personaler dann unvermittelt in die Trickkiste und wartet mit der einen oder anderen außergewöhnlichen Frage auf. Schließlich gilt es, die Eignung der Bewerber für eine offene Stelle zu prüfen.

Laut der Job- und Recruitingplattform Glasdoor.de ist dies keine Seltenheit, wie eine aktuelle Auswertung von Bewerbungsgesprächen ergeben hat. Demnach werden die Personalverantwortlichen besonders kreativ bei Fragen nach der eigenen Persönlichkeit und nach Verhalten in ungewöhnlichen Situationen sowie beim Erfinden kniffliger Schätzfragen.

Der Januar ist die Hochzeit für Bewerbungen und Vorbereitungen auf Job-Interviews. Zum Jahresanfang bewerben sich Jobsuchende den Experten zufolge 15 Prozent häufiger als in den anderen Monaten.

Wenn es zu bunt wird, Gespräch abbrechen

Bevor die 20 außergewöhnlichsten Fragen aus dem Portal der Experten verraten werden, hier noch mal der Hinweis an alle Bewerber: Werden die Erkundigungen allzu unangebracht oder diskriminierend, sollte der Bewerber das Gespräch abbrechen. Dazu gehört seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz beispielsweise die Frage nach einer möglichen Schwangerschaft. Zudem können persönliche Fragen schnell in Diskriminierung abrutschen. Dann sollten Bewerber zumindest nicht auf deren Inhalt eingehen.

Doch nicht jedes Auskunftsersuchen ist unlauter. Um für ein eventuell bevorstehendes Vorstellungsgespräch gewappnet zu sein, sind hier die erlaubten und dennoch ungewöhnlichen Fragen, die einen Bewerber schon mal in die Bredouille bringen können.

Los geht's mit den Fragen zur Persönlichkeit:

  • Was wäre der Titel Ihrer Autobiografie?
  • Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie und warum?
  • Arbeiten Sie, um zu leben, oder leben Sie, um zu arbeiten?
  • Halten Sie Ihren Job für eine Kunst oder eine Wissenschaft?
  • Mit welchen Spielzeugen haben Sie als Kind gespielt?
  • Was wäre ein Grund, aus dem wir Sie nicht nehmen sollten?
  • Was würde Ihre Freundin an Ihnen ändern wollen?
  • Wo sehen Sie sich in 30 Jahren?
  • Welchen Rat würden Sie Ihrem 15-jährigen Ich geben?
  • Was wäre Ihr Traumjob, wenn Sie irgendeinen aussuchen könnten?

Weiter geht's mit den Schätzfragen:

  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschheit auf außerirdisches Leben stößt?
  • Wie viele Grad liegen zwischen dem Minuten- und Stundenzeiger, wenn es 15.15 Uhr ist?
  • Wie viel Umsatz wird in Japan jährlich mit wiederverwendbaren Stäbchen gemacht?
  • Wie viele Schmuckstücke liegen am Strand von Nizza vergraben?
  • Wie können Sie bei geschlossener Tür testen, ob ein automatisches Licht im Bad tatsächlich ausgeht?

Enden tut die Tortur dann möglicherweise mit nachfolgenden Verhaltensfragen:

  • Was ist wichtiger, Dissens oder Konsens?
  • Würden Sie sich als spontan und humorvoll einschätzen? (Antwort: Ja) Dann erzählen Sie doch mal einen Witz.
  • Was würden Sie tun, wenn Sie vor dem Kino versetzt werden, aber schon die Tickets gekauft haben?
  • Wenn Sie an einem freien Tag Fehler am Produkt entdecken, würden Sie den Chef anrufen?
  • Was ist das Verrückteste, das Sie jemals gemacht haben?

Damit Bewerber bei der Beantwortung nicht nur durch den Schweißfilm auf ihrer Stirn glänzen, kann der aufgeführte Fragenkatalog ja vielleicht dazu dienen, sich bereits im Vorfeld die eine oder andere kreative Antwort zu überlegen. Und hat man dann doch das Falsche auswendig gelernt, gilt es laut der Glasdoor.de-Experten, bei den Fragen zur eigenen Persönlichkeit und Verhaltensweise authentisch und ehrlich zu sein. Denn das spielerische Auskunftsersuchen ist letztlich nur ein anderer Versuch, Stärken und Schwächen herauszufinden. Sie werden von Personalern gestellt, weil sie häufig auf die direkte Frage danach keine authentischen Antworten erhalten.

Hier gilt es für den Bewerber, einen Spagat zu absolvieren. Denn einerseits sollen Kandidaten ihre Persönlichkeit zeigen und gerne auch Humor und Kreativität unter Beweis stellen. Andererseits sollten sich Jobsuchende bewusst sein, dass sie sich weiterhin in einer professionellen Bewerbungssituation befinden und nicht allzu privat und geschwätzig werden. Aber selbst auf Fragen wie "Arbeiten Sie, um zu leben, oder leben Sie, um zu arbeiten?" ist die gewünschte Antwort mittlerweile nicht mehr eindeutig. In Zeiten von "New Work" und Achtsamkeit können Jobsuchende durchaus klar sagen, dass ihnen das Leben wichtiger ist. Sie zeigen damit selbstbewusst, wo ihre Prioritäten liegen. Solange sie verdeutlichen, dass sie motiviert sind, sich im Job reinzuhängen, ist das kein K.-o.-Kriterium mehr.

Schätzfragen beinhalten häufig ein sogenanntes Fermi-Problem. Es wird in der Regel verlangt, eine quantitative Abschätzung ohne eine vorhandene Datenbasis abzugeben. Nur selten gibt es eine richtige oder falsche Antwort. Viel wichtiger ist es, die Gesprächspartner Schritt für Schritt durch den eigenen Denkprozess zu führen und die Annahmen zu nennen, die zum Ergebnis führen.

Quelle: ntv.de, awi