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Vor Drogentest Mohn gegessen Kuchen kann den Führerschein kosten

Mohn macht vielleicht nicht doof, ist in bestimmten Situationen aber ziemlich heikel. Wer unbedacht in Stollen oder Mohnkuchen beißt, könnte beim Drogenscreening nämlich durchfallen. Das Bayerische Verwaltungsgericht kennt keine Gnade für einen Backwarenfreund.

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Einige Sorten Speisemohn können den Morphinspiegel für ein paar Tage erhöhen.

(Foto: imago/Westend61)

Wer einen Drogentest verfälscht, indem er vorher Mohngebäck isst, riskiert seine Fahrerlaubnis. Das hat der Verwaltungsgerichtshof Bayern entschieden und damit den Führerscheinentzug für einen Mann bestätigt, dessen Blut bei einem Fahreignungsgutachten einen erhöhten Opiatwert aufwies. Der Kläger hatte die Auffälligkeiten darauf zurückgeführt, dass er zuvor Mohnschnecken und Mohnstollen gegessen habe (Az. 11 CS 15.145).

2009 hatte die Polizei in der Wohnung des Mannes diverse Drogen, darunter Marihuana, LDS und Ecstasy gefunden. Der Mieter gab zu, die Betäubungsmittel selbst konsumiert zu haben und wurde daraufhin zu einer Geldstrafe verurteilt. Erst vier Jahre später forderte die Führerscheinbehörde den Mann dazu auf, binnen 13 Monaten ein medizinisch-psychologisches Gutachten beizubringen. Teil des Ganzen sollte auch ein Drogenkontrollprogramm mit mindestens sechs Urinscreenings sein.

Der Mann, der angab, seit dem Vorfall 2009 die Finger von Drogen zu lassen, bestand den ersten dieser Tests. Doch beim nächsten Termin zwei Monate später stellte das Labor überhöhte Opiatwerte im Urin fest. Die Begutachtungsstelle brach das Programm daraufhin ab. Um den Führerscheinentzug kam der Kläger trotzdem erst einmal herum. Er hatte nämlich an Eides statt versichert, dass er vor der Urinabgabe Mohnschnecken und –stollen gegessen habe. Die Begutachtungsstelle bestätigte dann auch, dass die gefundene Morphinkonzentration theoretisch mit dem Konsum von Mohngebäck erklärbar sein könnte.

Ergebnis verfälscht

Doch mit der Ausrede kam der Mann nicht durch, ein paar Monate später musste er doch seinen Führerschein abgeben. Zu Recht, wie der Verwaltungsgerichtshof nun entschied. Dabei spielte es gar keine Rolle, ob der einstige Drogenkonsument tatsächlich rückfällig geworden war. Entscheidend war vielmehr, dass er mit dem Konsum von Mohnprodukten den Drogentest vereitelt hatte. Die Wirkung von Mohn sei allgemein und besonders in der Drogenszene bekannt, so das Gericht. Zusätzlich sei der Mann vor der Behandlung schriftlich darauf hingewiesen worden, dass er keinen Mohn konsumieren solle.

Zudem habe auch die Fahrerlaubnisbehörde im Vorfeld ausdrücklich klargestellt, dass sie keinen neuen Führerschein ausstellen würde, wenn das Gutachten nicht fristgerecht vorliege. Deshalb sei es allein dem Kläger anzulasten, dass die Testreihe abgebrochen wurde und er die Frist der Behörde versäumt habe. Der Mann hat jetzt noch eine Chance, seine Fahrerlaubnis wiederzuerlangen. Er kann seine Drogenabstinenz erneut mit einem Kontrollprogramm nachweisen – sofern er in dieser Zeit die Finger vom Mohngebäck lässt.

Quelle: n-tv.de, ino

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