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Wenn es besonders dicke kommt Kündigung während und wegen Krankheit

Das Letzte, was man während einer Krankschreibung braucht, ist, entlassen zu werden. Darf der Arbeitgeber das überhaupt? Und kann die Krankheit auch als Begründung für den Rauswurf herhalten?

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Wegen einer Erkältung muss wohl niemand um seinen Job fürchten.

(Foto: imago stock&people)

Wer arbeitsunfähig krank im Bett liegt und während dieser Zeit die Kündigung seines Arbeitgebers erhält, muss diese bittere Pille schlucken. Denn entgegen der landläufigen Meinung besteht während einer Erkrankung kein Kündigungsschutz.

Es gab diesen in der DDR, nicht aber in der Bundesrepublik Deutschland. Und so gilt, dass solange sich der Arbeitgeber beim Rauswurf an die nötigen Fristen und die Form der Kündigung hält, er dies auch dann tun kann, während sein Mitarbeit krank ist. Andernfalls wäre zu befürchten, dass sich Arbeitnehmer, die um ihren Job bangen, sich um eine langfristige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bemühen.  

Möchte der Chef allerdings seinem Mitarbeit wegen einer Krankheit kündigen, hat er es deutlich schwerer. Denn hierbei handelt es sich um eine personenbedingte Kündigung. Dementsprechend müssen hier einige Voraussetzungen erfüllt sein. Als da wären:

  • Es muss eine ungünstige gesundheitliche Prognose des Arbeitnehmers bestehen. Dass heißt, der Arbeitgeber muss damit rechnen, dass auch zukünftig weitere Erkrankungen des Mitarbeiters im bisherigen Umfang zu befürchten sind.
  • Der Arbeitgeber muss durch die Fehlzeiten im erheblichen Umfang mit den Lohnfortzahlungen für den Erkrankten belastet sein. Oder aber durch den krankheitsbedingten Ausfall des Arbeitnehmers droht eine nachhaltige Störung des Betriebsablaufs. 

Ergibt die Abwägung zwischen den Interessen des Arbeitgebers und seines Mitarbeiters, dass für Ersteren eine Weiterbeschäftigung unzumutbar ist, darf dieser wegen einer Erkrankung kündigen. Unzumutbar können häufige kurze Krankheiten sein, eine dauernde Arbeitsunfähigkeit oder auch eine krankheitsbedingte Leistungsminderung. Eine vorherige Abmahnung ist im Falle einer personenbedingte Kündigung nicht erforderlich.

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Quelle: n-tv.de, awi

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