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BGH-Urteil zu Ersatzwagen Lieber billig mieten

Nach unverschuldeten Unfällen haben Autofahrer Anspruch auf einen Ersatzwagen, solange das eigene Fahrzeug in der Werkstatt steht. Die Versicherung des Unfallgegners darf man dabei allerdings nicht überstrapazieren.

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Nach dem Unfall beginnt oft der Versicherungsärger.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Ab jetzt müssen Autofahrer noch mehr als früher auf die Mietwagenkosten achten. Kommt es mit der gegnerischen Versicherung zum Streit, können Richter künftig nämlich auch einen für die Versicherungen günstigeren Kostenspiegel als Maßstab anlegen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. (Az.: VI ZR 300/09).

Bislang galt die weiterhin zulässige sogenannte Schwacke-Liste als Maßstab. Im Auftrag des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat aber auch das Fraunhofer-Institut einen Mietpreis-Spiegel berechnet. Der geht – wenig verwunderlich – von erheblich günstigeren Mietwagen-Kosten aus als die Schwacke-Liste.

Im aktuellen Fall hatte ein Autofahrer nach unverschuldetem Unfall für 18 Tage einen Mietwagen genutzt und sollte dafür insgesamt rund 2750 Euro bezahlen. Die gegnerische Versicherung wollte jedoch nur rund 2000 Euro an die Autovermietung erstatten und verwies auf den Fraunhofer-Preisspiegel.

Der BGH entschied nun, dass beide Listen zulässig seien, da sie dem Richter "nur als Grundlage für seine Schätzung" dienen. Der Richter könne im Rahmen seines Ermessens und mit Blick auf örtliche Preise für Unfall-Ersatzfahrzeuge von diesen Listen durch Abschläge oder Zuschläge abweichen. Nun muss die Vorinstanz laut Urteil prüfen, ob dem Autovermieter noch ein Zuschlag zu gewähren ist.

 

Quelle: n-tv.de, ino/AFP

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