Ratgeber

Wichtig für Mieter Mit Betriebskosten Steuern sparen

Sie haben keine Putzfrau und erst recht keinen Gärtner? Und Handwerker haben Sie auch nicht bestellt? Als Mieter können Sie sich mit der nächsten Steuererklärung trotzdem Geld zurückholen. Der Schlüssel liegt in der Nebenkostenabrechnung.

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Mieter bezahlen Handwerker und Dienstleister oft indirekt, über die Betriebskostenabrechnung.

Seit 2003 beteiligt sich der Fiskus an haushaltsnahen Dienstleistungen und seit 2006 kann man auch mit Handwerkerrechnungen Steuern sparen. Doch viele Mieter lassen diese Möglichkeiten ungenutzt verstreichen – obwohl sie durchaus Posten absetzen könnten. Was sie nicht wissen: Sie müssen die Leistungen gar nicht selber buchen, es reicht, wenn das der Vermieter für sie erledigt. In der Betriebskostenabrechnung finden sich diverse Posten, die bei der Steuererklärung interessant werden könnten.  

Grundsätzlich werden 20 Prozent der Arbeitskosten – nicht der Materialkosten - anerkannt und direkt von der Steuerlast abgezogen. Bei 500 Euro Arbeitskosten reduziert sich die Steuer also um 100 Euro. Das funktioniert nicht unbegrenzt, bei haushaltsnahen Dienstleistungen ist bei 4000 Euro Schluss, Handwerkerrechnungen bringen höchstens 1200 Euro Steuerersparnis. Wenn es um die Betriebskostenabrechnung geht, reicht das meistens locker aus, kritisch kann es allenfalls werden, wenn man tatsächlich noch auf eigene Rechnung Arbeiten in der Wohnung durchführen lässt. Vermieter müssen die Lohnkosten in der Abrechnung übrigens getrennt ausweisen oder eine entsprechende Bescheinigung ausstellen.

Praktisch wäre es natürlich, wenn man einfach 20 Prozent der Nebenkostenabrechnung in das entsprechende Feld im Mantelbogen eintragen könnte. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht, denn Steuerrabatt gibt es längst nicht für alle Posten auf der Abrechnung. Ausgaben für Strom, Kaltwasser oder Kabelanschluss muss man beispielsweise alleine tragen. Doch überall dort, wo Arbeitskräfte im oder ums Haus beschäftigt werden, wird es interessant. So zahlen Mieter oft dreistellige Beträge für Hauswart oder Gebäudereinigung. Und das sind längst nicht die einzigen Posten. Unter anderem sponsert der Fiskus auch die folgenden haushaltsnahen Dienstleistungen:

  • Gartenpflege
  • Winterdienst
  • Schädlingsbekämpfung
  • Ablesen von Zählern

Kommen Handwerker in die Wohnung, müssen Mieter den Einsatz in gewissem Rahmen oft selbst übernehmen, wenn der Mietvertrag eine Kleinreparaturklausel enthält. Diese Kosten können sie auf jeden Fall von der Steuer absetzen. Doch auch an Arbeiten am Haus werden die Mieter über die Betriebskostenabrechnung beteiligt. Absetzen lassen sich unter anderem diese Handwerkereinsätze

  • Schornsteinfeger (aber nur Kehr- und Wartungsarbeiten, keine Messungen oder Feuerstättenschauen)
  • Dachrinnenreinigung
  • Dach und Fassadenarbeiten, Graffitibeseitigung
  • Wartungsarbeiten an der Heizung, an Warmwasseranlagen  und am Fahrstuhl
  • Austausch von Zählern

Mit der Betriebskostenabrechnung können sich Vermieter bis zu zwölf Monate Zeit lassen. Wer bis zum 31. Mai die Steuererklärung für 2014 abgeben muss, hat die aktuelle Abrechnung wahrscheinlich noch gar nicht vorliegen. Das ist aber kein Problem. Entscheidend ist nämlich nicht das Jahr, in dem die Kosten entstanden sind, sondern das der Abrechnung. Hat man also beispielsweise im September 2014 die Betriebskostenabrechnung für 2013 erhalten, zählen die Ausgaben für 2014. Alternativ könnte man die entsprechenden Kosten auch anhand der geleisteten Vorauszahlungen errechnen, doch das dürfte den meisten Mietern zu aufwendig sein. Eine dritte Möglichkeit: Man gibt die Steuererklärung erst mal ohne die haushaltsnahen Dienstleistungen ab und legt Einspruch ein, wenn der Steuerbescheid da ist. Liegt die Abrechnung dann vor, wird die Steuer neu berechnet.    

Quelle: ntv.de

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