Ratgeber

Fachhochschulreife adé Note 6 fürs Auswendiglernen

Es geht um nicht weniger als um die Fachhochschulreife. Umso bitterer für einen Schüler, dass seine Englischprüfung mit der Note 6 bewertet wird und damit der angestrebte Schulabschluss passé ist. Der Prüfling zieht vor Gericht. Und kommt mit seinen Argumenten nicht durch.

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Die Wiedergabe eines auswendig gelernten Textes wird mit der Note 6 bewertet.

(Foto: picture alliance / dpa)

Es ist jedes Jahr das Gleiche. Der Kampf um eine angemessene Note zwischen Lehrern und Schülern. Besonders erbittert wird er ausgetragen, wenn es um den Schulabschluss geht. So auch in einem Fall, bei dem ein Prüfling mit dem Versuch gescheitert ist, gerichtlich eine andere Bewertung einer schriftlichen Prüfungsarbeit zu erreichen - wie das Verwaltungsgericht Gießen mitteilt (Az.: 7 K 3318/12).

Zur Verhandlung stand die Benotung eines Schülers, der sich der Fachhochschulreifeprüfung unterzogen hatte. Dabei wurde seine schriftliche Arbeit im Fach Englisch mit der Note 6 bewertet. Dagegen klagte er, weil die ihm daraufhin gegebene Gesamtnote mangelhaft in Englisch zusammen mit seinen ebenfalls mangelhaften Leistungen in Mathematik zum Nichtbestehen der Fachhochschulreifeprüfung führte.  Die Benotung der Arbeit begründeten die Prüfer damit, dass er bei einer Teilaufgabe einen - nach seiner Darstellung - auswendig gelernten Text einer Übungsklausur wiedergegeben habe und damit gegen die Vorgabe der Verwendung eigener Worte verstoßen habe. Diese Begründung hielt der Kläger für nicht korrekt.

Doch seine Klage vor dem Verwaltungsgericht Gießen wurde abgewiesen. Das Gericht kam nach umfangreicher Beweisaufnahme und Anhörung der damaligen beiden Prüfer zu dem Ergebnis, dass die Bewertung mit der Note 6 nicht zu beanstanden ist. Und begründete sein Urteil damit, dass die Wiedergabe eines auswendig gelernten Textes den Anforderungen nicht genügt, die ein Prüfling in einer schriftlichen Prüfung meistern soll.

Nach den Vorgaben der Schule - gegen die das Gericht keine Bedenken äußerte - wird die Wiedergabe eines auswendig gelernten Textes mit der Note 6 benotet. Und zwar unabhängig davon, welche eigenständigen Leistungen bei der Bearbeitung anderer Teilaufgaben erbracht wurden. Nach Auffassung des Gerichts war diese Vorgabe jedem Schüler bekannt. So sei auch in der zur schriftlichen Prüfung damals ausgehändigten Aufgabenstellung ausdrücklich darauf hingewiesen worden, nur eigene Worte zu verwenden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: n-tv.de, awi