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Urteil zu häuslichem Arbeitszimmer "Poolarbeitsplatz" ist abzugsfähig

Wer von zu Hause aus arbeitet, kann die Kosten für ein Arbeitszimmer in der Steuererklärung geltend machen. Das gilt zumindest, sofern die Firma keine Arbeitsplätze vor Ort bereitstellt. Aber wie liegt der Fall, wenn sich mehrere Kollegen einen Schreibtisch teilen müssen?

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Wer ausschließlich von zu Hause aus arbeitet, kann die vollen Kosten absetzen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Arbeitnehmer, die keinen Platz zum Arbeiten gestellt bekommen, können bei der Steuererklärung Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer geltend machen. Immer wieder gibt es jedoch Streit darüber, was g enau unter "kein anderer Arbeitsplatz" zu verstehen ist.  So auch im Fall eines Betriebsprüfers, in dessen Firma nur sogenannte "Poolarbeitsplätze" vorgehalten werden. Das Finanzgericht Düsseldorf hat dem Mann jetzt Recht gegeben (Az.: 10 K 822/12).

Am Arbeitsplatz des Klägers kommen auf acht Angestellte nur drei Arbeitsplätze, weil die angestellten Betriebsprüfer ohnehin meist in den jeweiligen Firmen arbeiten. Der Mann wollte deshalb Aufwendungen für sein häusliches Arbeitszimmer als Werbungskosten geltend machen. Vergeblich, obwohl er eine Bescheinigung seiner Dienststelle über die Arbeitsplatzsituation vorlegte. Es gebe schließlich Arbeitsplätze in der Firma, argumentierte das Finanzamt. Der Mann hätte einen Antrag auf Zuweisung eines vollumfänglich nutzbaren Arbeitsplatzes stellen können.  

Das Finanzgericht Düsseldorf sah das anders. In den Streitjahren habe dem Kläger kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung gestanden, so dass der Abzugsausschluss nicht greife. Zwar handele es sich bei dem Büroarbeitsplatz in seiner Dienststelle um einen anderen Arbeitsplatz, dieser habe dem Kläger jedoch nicht für sämtliche beruflichen Zwecke zur Verfügung gestanden. Da der Angestellte aufgrund der Unterdeckung an Arbeitsplätzen nicht jederzeit einen Schreibtisch besetzen konnte, habe er einen Großteil der vor- und nachbereitenden Arbeiten im häuslichen Arbeitszimmer verrichten müssen. Dies rechtfertige den Werbungskostenabzug.

Weil es sich bei dem Arbeitszimmer in diesem Fall nicht um den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit handelt, kommt nur ein beschränkter Werbungskostenabzug in Frage. Dabei lassen sich bis zu 1250 Euro im Jahr geltend machen. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Fragestellung hat das Finanzgericht Düsseldorf die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.

Quelle: n-tv.de, ino

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