Ratgeber
Mittwoch, 31. Oktober 2012

Immer mehr Stromanbieter: Preisspanne wird größer

Auf dem Strommarkt herrscht ein harter Wettbewerb. Das macht sich nicht unbedingt im Preisniveau bemerkbar, das ist in den letzten Jahren eher gestiegen. Doch das liegt vor allem an den Grundversorgungstarifen. Wer weniger zahlen will, hat Alternativen.

Wer den Anbieter wechselt, sollte nach Tarifen mit Preisgarantie Ausschau halten.
Wer den Anbieter wechselt, sollte nach Tarifen mit Preisgarantie Ausschau halten.(Foto: picture alliance / dpa)

Auf der Suche nach einem günstigen Stromanbieter haben Verbraucher heute eine deutlich größere Auswahl als noch vor vier Jahren. Ende 2008 standen einem wechselwilligen Haushalt im bundesweiten Durchschnitt 50 Stromanbieter zur Verfügung, heute sind es laut einer Studie des Verbraucherportals Toptarif durchschnittlich 125 Versorger. Gleichzeitig wird die Preisspanne zwischen Grundversorgung und Alternativangeboten immer größer.

"Die Wettbewerbsdichte am Strommarkt und damit die Zahl der möglichen Alternativen für Verbraucher nehmen seit Jahren kontinuierlich zu", erklärt Daniel Dodt von Toptarif. Das liege zum einen an neuen Anbietern. Zum anderen stiegen klassische Grundversorgungsunternehmen inzwischen in den überregionalen Stromvertrieb außerhalb ihres eigenen Versorgungsgebiets ein.

Am größten ist die Anbieterdichte demzufolge in Süd- und Ostdeutschland. In Bayern stünden Wechselwilligen mit durchschnittlich 136 Angeboten die meisten Optionen zur Verfügung. Aber selbst im Schlusslicht Saarland sind es den Recherchen des Verbraucherportals nach noch 103 Anbieter.

Grundversorger immer teurer

Der Preisunterschied zwischen der Grundversorgung und günstigen Alternativanbietern sei in den vergangenen fünf Jahren immer größer geworden, meldet das Vergleichsportal Check24. So sei die Grundversorgung 2007 im Schnitt neun Prozent teurer gewesen als die günstigsten Alternativangebote. Heute koste sie 21 Prozent mehr. Die hohe Preisspanne erkläre sich durch den harten Wettbewerb um wechselwillige Stromkunden.

Dennoch halten laut Check24 rund 40 Prozent der deutschen Haushalte an der Grundversorgung fest. Diese sei in den westdeutschen Bundesländern in den vergangenen fünf Jahren um 31 Prozent teurer geworden, in den ostdeutschen Ländern um 25 Prozent. Am stärksten stiegen die Strompreise der Grundversorgung demnach mit 40 Prozent in Bayern. Am wenigsten verteuerte stiegen die Tarife in Bremen mit 17 Prozent.

Zeitliche Steuerung lohnt sich kaum

Relativ gering ist die Ersparnis für Verbraucher, die einen zeitvariablen Stromtarif wählen, teilt das Vergleichsportal Verivox mit. Selbst wenn Verbraucher ihr Verhalten deutlich änderten, könnten sie durchschnittlich nur 25 Euro pro Jahr einsparen. Das habe die Analyse von zeitvariablen Angeboten der hundert größten Grundversorger erheben. "Um diese Einsparung gegenüber dem Standardtarif zu erreichen, muss der Alltag jedoch dem Diktat des Stromzählers untergeordnet werden", erklärte Verivox. Das sei nicht einfach, da die größten Stromfresser wie Gefrier- und Kühlschränke eh den ganzen Tag laufen müssten.

Stromversorger sind seit Anfang 2011 gesetzlich verpflichtet, mindestens einen Stromtarif anzubieten, der den jeweiligen Zeitpunkt des Stromverbrauchs berücksichtigt. Verbraucher sollen so ihren Stromverbrauch in Zeiten verlegen, in denen niedrigere Preise gelten.

Politiker wie Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) rufen die Stromkunden angesichts steigender Strompreise zum Anbieterwechsel auf. Allerdings kommt es dabei nicht allein auf den Preis an. Auf Tarife mit Vorkasse oder Kautionen sollte man tunlichst verzichten, auch wenn diese oft noch günstiger sind. Das Risiko, dass man später seinem Geld hinterherlaufen muss, ist nicht zu unterschätzen. Ein Blick auf die Kundebewertungen kann außerdem helfen, um Anbieter mit schlechtem Service auszusortieren.

Stromanbieter im Vergleich

Quelle: n-tv.de

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