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Versicherte Tätigkeit unterbrochen Privates Handy-Telefonat birgt Risiken

Das Handy gehört auch im Arbeitsleben zum Alltag - oftmals auch dessen private Nutzung. Diskrete Kollegen verlassen zum Telefonieren den Arbeitsplatz. Doch das kann folgenreich sein.

Knack - und kaputt: Splittert das Display vom Smartphone, kann das teuer werden. Den Abschluss einer Handy-Versicherung sollten sich Besitzer aber trotzdem gut überlegen. Foto: Emily Wabitsch

Für das Handy zahlt vielleicht die Versicherung, für den Schaden am Menschen aber nicht.

(Foto: dpa-tmn)

Wer sich auf dem Rückweg von einem Telefonat zu seinem Arbeitsplatz verletzt, erleidet keinen Arbeitsunfall und steht damit  nicht unter dem Schutz der Unfallversicherung. Persönliche oder eigenwirtschaftliche Verrichtungen, wie zum Beispiel Essen, Rauchen oder Einkaufen, können die versicherte Tätigkeit und damit den Unfallversicherungsschutz aber unterbrechen. Dies gilt auch für das private Telefonieren während der Arbeitszeit, wenn damit die versicherte Tätigkeit nicht lediglich geringfügig unterbrochen wird, wie das Hessische Landessozialgericht entschieden hat (Az.: L 3 U 33/11).

In dem verhandelten Fall wollte ein Lagerarbeiter, der an einem Tisch in der Lagerhalle Ware kontrollierte, seine Frau mit dem Handy anrufen. Da es in der Lagerhalle zu laut war, ging der Mann nach draußen auf die Laderampe. Als er nach dem zwei- bis dreiminütigen Telefonat in die Halle zurückkehren wollte, blieb er an einem an der Laderampe montierten Begrenzungswinkel hängen und verletzte sich am Knie. Daraufhin beantragte er sein Malheur als Arbeitsunfall bei der Berufsgenossenschaft. Diese lehnte jedoch das Begehren mit dem Verweis darauf ab, dass privates Telefonieren nicht gesetzlich unfallversichert sei. Dagegen klagte der Mann.

Ohne Erfolg. Das Gericht gab der Berufsgenossenschaft recht. Demnach setzt der gesetzliche Unfallversicherungsschutz voraus, dass der Unfall infolge einer versicherten Tätigkeit eintritt. Persönliche oder eigenwirtschaftliche Verrichtungen unterbrechen demnach regelmäßig den Unfallversicherungsschutz. Nur bei zeitlich und räumlich ganz geringfügigen Unterbrechungen bleibt dieser bestehen. Dies ist der Fall, wenn die private Tätigkeit "im Vorbeigehen" oder "ganz nebenher" erledigt wird.

Hiervon sei im Fall des verunglückten Mannes nicht auszugehen, so das Gericht. Denn dieser habe sich für mindestens zwanzig Minuten von seinem Arbeitsplatz entfernt und zwei bis drei Minuten mit seiner Frau telefoniert. Da die Unterbrechung der versicherten Tätigkeit bis zur Rückkehr an den zuvor verlassenen Arbeitsplatz angedauert habe, sei der nach dem Telefonat eingetretene Unfall nicht der versicherten Tätigkeit zuzurechnen, befand das Gericht.

Quelle: n-tv.de, awi

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