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Bis zu 50 Euro mehr pro Monat Privatversicherten droht Beitragssprung

Privatversicherte genießen viele Vorzüge. Allerdings müssen sie unter Umständen im Alter mit steigenden Beiträgen rechnen. Foto: Andrea Warnecke

Privatversicherte genießen viele Vorzüge. Allerdings müssen sie unter Umständen im Alter mit steigenden Beiträgen rechnen. Foto: Andrea Warnecke

(Foto: dpa-tmn)

Einem Bericht zufolge drohen Millionen privat Krankenversicherten in Deutschland eine drastische Steigerung der Beiträge. Der Grund liegt laut Verband der Privaten Krankenversicherung bei der EZB.

Rund sechs Millionen privat Krankenversicherten in Deutschland droht einem Zeitungsbericht zufolge ein massiver Beitragssprung. Die Versicherung werde für sie im kommenden Jahr im Durchschnitt um elf Prozent teurer, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". In besonders heftigen Fällen seien auch gut doppelt so hohe Prämienanhebungen möglich. "Zusatzkosten in Höhe von 50 Euro im Monat und mehr sind möglich", berichtet die FAZ unter Berufung auf informierte Kreise.

Die von den geplanten Beitragserhöhungen betroffenen Versicherten machen den Angaben zufolge zwei Drittel der knapp neun Millionen privat Versicherten in Deutschland aus. Für die höheren Beiträge macht der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank verantwortlich. "Ohne die Auswirkungen der Niedrigzinsen wäre die PKV-Beitragsentwicklung auch in diesem Jahr unauffällig", sagte PKV-Direktor Volker Leienbach der Zeitung.

Die Branche müsse die Gelder, die sie am Kapitalmarkt nicht erwirtschaften könne, laut Gesetz durch höhere Vorsorge finanzieren, sagte Leienbach. Das treffe Versicherte "wie andere Sparer auch".

Während Unionspolitiker sich angesichts der deutlichen Prämienanhebungen laut FAZ dafür aussprachen, Gesetze zu ändern, lehnt der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach dies ab: "Wir sind nicht die Knechte der PKV-Lobby, diese Zeiten sind vorbei", sagte er. Auch mache die SPD sich unglaubwürdig, wenn sie einerseits für die Abschaffung der PKV durch eine Bürgerversicherung werbe, andererseits "Rettungspakete für die Privatversicherung" schnüre.

Quelle: n-tv.de, bdk/AFP

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