Ratgeber

Gnade ist möglich Rabatt auf die Kirchensteuer

Der Glaube kann Berge versetzen und die Kirchensteuer ist nicht immer in voller Höhe fällig - wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt werden.

Die Sonne geht hinter der St.-Petri-Kirche und dem Hamburger Michel auf.

(Foto: dpa)

Die Konjunktur läuft wieder rund, der Staat freut sich über mehr Steuereinnahmen – und die Kirche auch, den zwei Drittel der Bundesbürger zahlen Kirchensteuern. Die Höhe der Kirchensteuer beträgt in Bayern und Baden-Württemberg acht in allen anderen Ländern neun Prozent der Einkommensteuer.

Der Glaube, dass man die Kirchensteuer im vollen Umfang mit einem Kirchenaustritt sparen kann, ist allerdings falsch. Kirchensteuern können in der Steuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden. So erhält beispielsweise laut Stiftung Warentest ein Ehepaar, das 562 Euro Kirchensteuer gezahlt hat, bei einem Grenzsteuersatz in Höhe von 28 Prozent rund 137 Euro zurück. Dadurch mindert sich auch der Solidaritätszuschlag. Insgesamt verringert sich die Steuerschuld um 157 Euro.

Gnade lassen viele Landeskirchen walten, wenn außerordentliche Einkünfte in einem Jahr anfallen. So kann beispielsweise dem gekündigten Arbeitnehmer ein Erlass der Hälfte der Kirchensteuer auf eine Abfindung gewährt werden. In besonderen Härtefällen kann die Kirchensteuer sogar komplett erlassen werden. Dafür ist die Kirchenverwaltung zuständig. Darüber hinaus ist in den meisten Gemeinden die Kirchensteuer auf drei bis 3,5 Prozent des zu versteuernden Einkommens begrenzt. Davon haben aber letztlich nur Topverdiener etwas.

Wer aus der Kirche austreten möchte, muss dies mündlich oder schriftlich beim Standesamt der Wohnsitzgemeinde oder beim örtlichen Amtsgericht erklären. Dieser Vorgang ist in den meisten Bundesländern gebührenpflichtig. Nur in Berlin und Brandenburg wird keine Gebühr erhoben. Steuerrechtlich wirksam ist der Kirchenaustritt ab dem Folgemonat oder dem übernächsten Monat. Auch dies regelt jedes Bundesland individuell.

Quelle: ntv.de, akl

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