Ratgeber

Die richtige Fahrradversicherung Reicht die Hausratpolice?

Rund 306.000 Fahrräder wurden im letzten Jahr als gestohlen gemeldet, die Aufklärungsquote liegt bei mageren zehn Prozent. Wer ein Gefährt für 1000 Euro oder mehr durch die Gegend fährt, kann über eine Fahrradversicherung nachdenken. Aber lohnt sich das überhaupt?

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Ein gutes Schloss nützt nichts, wenn die wichtigen Teile nicht angekettet werden.

(Foto: Jens Goetzke, pixelio.de)

Wer ein vernünftiges Alltagsrad braucht, sollte mindestens 500 Euro investieren, ein wenig mehr schadet auch nicht: Im Schnitt haben die Käufer letztes Jahr für City- oder Trekkingräder aus dem Fachhandel 624 Euro ausgegeben, wie der Verbund Service und Fahrrad e.V (VSF) ermittelt hat. Kommt noch ein Elektromotor ins Spiel, wird es deutlich teurer.  Die sich steigender Beliebtheit erfreuenden Pedelecs wechseln selten für weniger als 2000 Euro  den Besitzer. Hat man erstmal ein paar hundert oder gar tausend Euro investiert, steht die nächste Frage im Raum: Wie ist das gute Stück eigentlich versichert?

Die normale Hausratpolice hilft nur bei Einbruchdiebstahl weiter. Also dann, wenn das Rad aus Wohnung, Keller oder einer abgeschlossenen Garage gestohlen wird. Wer sein Rad auch unterwegs geschützt wissen will, kann die Police um eine Fahrraddeckung erweitern. Das ist nicht ganz billig: Bei "riskanter" Wohnlage zahlt man leicht das Doppelte der üblichen Prämie. Wer sein Rad nachts draußen abstellt, sollte darauf achten, dass der Schutz auch zwischen 22 und 6 Uhr gilt. In älteren Verträgen ist das nicht immer der Fall.  Dann zahlen die Versicherer nur, wenn das Rad zum Diebstahlzeitpunkt noch in Gebrauch war, also beispielsweise vor einer Kneipe stand. Wenn es um den reinen Diebstahlschutz geht, ist die erweiterte Hausratpolice meistens die beste Lösung. Gerade dann, wenn mehrere Räder versichert werden sollen, denn im Rahmen der Deckungssumme sind alle Räder eines Haushalts versichert. Ein weiterer Vorteil: Die Hausratversicherung interessiert es im Schadensfall nicht, wie alt das Rad war, sie erstattet den Neuwert.

Der Markt ist übersichtlich

Die Hausratversicherung stößt allerdings an ihre Grenzen, wenn es um Teilediebstahl oder Vandalismus geht. Auch für Reparaturen kommt keine Hausratpolice auf. Hier kommen spezielle Fahrradversicherungen ins Spiel. Gerade mal vier Anbieter teilen sich den überschaubaren Markt, die Zeitschrift "Öko-Test" hat sich die verfügbaren Policen genauer angesehen und bewertet. Das Leistungsspektrum ist ähnlich: Neben Diebstahl, Einbruch und Raub versichern alle Anbieter auch Teileklau. Bei einem 500-Euro-Rad mag das nicht so wichtig sein. Doch bei teureren Rädern kostet oft schon der Sattel dreistellige Beträge – von Bremsen, Schaltungen oder Laufrädern ganz zu schweigen. Auch Vandalismusschäden sind von fast allen Tarifen abgedeckt. Anders Reparaturen: Sie sind bei fünf der insgesamt neun Tarife mitversichert, die Anbieter Wertgarantie und Enra übernehmen sogar Verschleißreparaturen. Manche Tarife sehen eine Selbstbeteiligung im Schadensfall vor, was bei der Leistungsbeurteilung durch Öko-Test negativ ins Gewicht fiel.

Bei dem Gesamturteil über das Leistungsspektrum schnitt die niederländische Enra am besten ab – günstig ist der Rundumschutz aber nicht gerade zu haben. Rund 300 Euro kostet die Police für ein 1600-Euro-Rad im Öko-Test-Beispiel. Der Vollkaskoschutz mit Diebstahl von P&P Pergande & Pöthe kostet mit 170 Euro nur etwas mehr als die Hälfte und wird von Öko-Test deshalb wegen des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses empfohlen.

In der Regel bleibt die Prämie nicht so hoch wie im ersten Jahr. Wie beim Auto sinkt auch bei der Fahrrad-Kasko der Beitrag im Laufe der schadenfreien Jahre. Allerdings wird dann auch nicht mehr der Neuwert erstattet. Und noch etwas sollten Radbesitzer beherzigen: Der Rundum-Schutz ist kein Rundum-Sorglos-Paket. Fast alle Anbieter setzen voraus, dass das Rad durch ein hochwertiges Schloss gesichert wird.

Quelle: n-tv.de

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