Ratgeber

Vorgezogenen Altersrente Rentner dürfen jetzt üppig dazuverdienen

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Personen, die die Regelaltersgrenze erreicht haben und eine Altersrente beziehen, dürfen unbegrenzt dazuverdienen - ohne dass ihnen die Rente gekürzt wird.

(Foto: imago/Westend61)

In der Corona-Krise sind manche Branchen personell besonders gefordert. Um die Beschäftigung nach Renteneintritt zu erleichtern, gelten daher nun vorübergehend neue Hinzuverdienstgrenzen bis zu 44.590 Euro.

Aufgrund der Corona-Krise können Rentner in diesem Jahr deutlich mehr hinzuverdienen als bisher. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung Bund hat die Bundesregierung die Hinzuverdienstgrenze für das Jahr 2020 von 6300 Euro auf 44.590 Euro angehoben.

Jahreseinkünfte bis zu dieser Höhe führen somit nicht zu einer Kürzung einer vorgezogenen Altersrente. Ab dem Jahr 2021 gilt dann wieder die bisherige Hinzuverdienstgrenze von 6300 Euro pro Kalenderjahr.

Die Zeitgrenzen für eine kurzfristige Beschäftigung in der Zeit vom 1. März bis zum 31. Oktober 2020 werden auf fünf Monate oder 115 Arbeitstage angehoben. Für eine kurzfristige Beschäftigung werden keine Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt und somit auch keine Rentenanwartschaften erworben.

Anhebung der Hinzuverdienstgrenzen für Neu- und Bestandsrentner

Die Höhe des Verdienstes spielt keine Rolle. Maßgeblich ist, dass die Beschäftigung von vornherein vertraglich oder aufgrund ihrer Eigenart - zum Beispiel bei Erntehelfern - befristet und nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Insbesondere mit Blick auf die Saisonkräfte in der Landwirtschaft werden die Zeitgrenzen befristet ausgeweitet, weil aufgrund der Corona-Pandemie diese voraussichtlich in deutlich geringerer Anzahl zur Verfügung stehen. Bisher betrugen die Grenzen drei Monate oder 70 Arbeitstage.

Die Anhebung der Hinzuverdienstgrenzen gilt für Neu- und Bestandsrentnerinnen und -rentner. Keine Änderungen gibt es hingegen bei den Hinzuverdienstregelungen für Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und bei der Anrechnung von Einkommen auf Hinterbliebenenrenten.

An Steuern und Sozialabgaben denken

Grundsätzlich gilt: Personen, die die Regelaltersgrenze erreicht haben und eine Altersrente beziehen, dürfen unbegrenzt dazuverdienen - ohne dass ihnen die Rente gekürzt wird. Diese Regelaltersgrenze - also das Renteneintrittsalter für die Regelaltersrente - variiert je nach Geburtsjahrgang. Denn das Alter für den regulären Renteneintritt wird schrittweise bis 2029 auf 67 Jahre angehoben.

So oder so muss Rentnern bewusst sein, dass sie auch Einkommensteuer zahlen müssen. Wer bereits in Altersrente ist, kann jedoch einen Altersentlastungsbetrag - also einen Steuerfreibetrag - in Anspruch nehmen. Wer sich unsicher ist, was für ihn gilt, sollte sich im Zweifelsfall von einem Fachmann beraten lassen.

Quelle: ntv.de, awi/dpa