Ratgeber

Solide, günstig und flexibel Riester-Banksparpläne sind bessere Option

Der Staat finanziert großzügige Riester-Zulagen. Wer die Fördergelder in voller Höhe mitnehmen möchte, braucht eine Anlageform, die möglichst wenig Kosten verursacht. Banksparpläne sind ideal. Aber längst nicht alle sind gut.

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Banksparpläne werfen keine besonders hohen Renditen ab. Dafür gibt es keine Gebühren, die staatliche Zulagen aufzehren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Hohe Verwaltungskosten, niedrige Zinsen, und nachträglich gestrichene Zulagen – das Image der Riester-Rente hat in den letzten Jahren stark gelitten und das macht sich inzwischen auch in den Absatzzahlen bemerkbar. Versicherer bleiben auf den einstm als so beliebten Rentenpolicen sitzen, deutliche Zuwächse gab es zuletzt nur noch bei den Wohn-Riester-Verträgen. Dabei übersehen viele potentielle Sparer, dass es noch eine weitere, ziemlich unkomplizierte Möglichkeit gibt, die staatlichen Zulagen einzustreichen: Riester-Banksparpläne. Sie verursachen den Sparern fast keine Kosten – was umgekehrt heißt, dass Banken daran kaum verdienen. Große Anbieter wie Deutsche Bank oder Commerzbank haben deshalb erst gar keine Riester-Sparpläne aufgelegt, Interessenten werden meist bei kleineren Sparkassen und Volksbanken fündig. 71 Angebote hat sich die Stiftung Warentest nun genauer angesehen und festgestellt: Es gibt deutliche Qualitätsunterschiede.

Läuft ein Vertrag 25 Jahr lang, könne die Differenz zwischen guten und schlechten Riester-Banksparplänen 10.000 bis 15.000 Euro ausmachen, schreibt das Magazin "Finanztest". Das an sich sinnvolle Banksparplan-Konzept geht also nur auf, wenn es auch kundenfreundlich umgesetzt wird. Wie viel Zinsen ein Sparplan abwirft, ist nicht von vornherein festgelegt, die Entwicklung richtet sich nach einem bestimmten Referenzwert. Das kann die Umlaufrendite von Bundeswertpapieren sein, aber auch eine Mischung verschiedener Zinsarten. Im Vertrag ist geregelt, wie weit sich die Bank maximal nach unten vom Referenzzins entfernen darf – je weniger, desto besser. 

Je kleiner die Marge, desto besser für den Kunden

Für ihren Vergleich hat die Stiftung Warentest einen Mustervertrag zugrunde gelegt, der so konstruiert ist, dass die Bank an ihm gar nichts verdient – je geringer der Abstand zu diesem Mustervertrag, desto besser für den Kunden. Am besten kommen die Sparer demnach bei der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen weg. Die Sparkasse selbst verdiene an ihrem Sparplan offenbar kaum etwas, so "Finanztest". Dass der Zins aktuell nur bei 0,55 Prozent liegt, sollte Einsteiger nicht irritieren: Langfristig kommen sie hier am besten weg, dafür sorgen auch ein Zinszuschlag und ein Schlussbonus. Dass umgekehrt ein hoher Anfangszins nicht dauerhaft gute Renditen mit sich bringt, beweist das Beispiel der VR-Bank Bayreuth. Sie garantiert zwei Prozent Mindestzins, was aktuell durchaus großzügig erscheint. Auf lange Sicht könnte das Zinsniveau aber durchaus wieder steigen – und dann wird eine andere Größe wichtig: der maximale Abstand zum Referenzzins. Und hier lassen sich die Bayreuther mit einem ganzen Prozentpunkt ziemlich viel Spielraum. Die meisten anderen Volksbanken und Sparkassenbegnügen sich mit der Hälfte.

Das empfohlene Angebot der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen hat allerdings einen Haken: Interessenten können es nur vor Ort abschließen. Wer  dafür nicht ins Bergische Land reisen will, findet bei der Sparkasse Paderborn-Detmold ein Angebot, das laut "Finanztest" ebenfalls überdurchschnittlich gut ist.

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Riester-Sparpläne galten bislang vor allem für ältere Sparer als erste Wahl. Das Argument:  Ihnen bliebe ja nicht mehr so viel Zeit, die hohen Abschlusskosten von Versicherungen und Fonds durch eine höhere Wertentwicklung auszugleichen. Bei Sparplänen ist das Risiko gleich Null.  Tatsächlich eignen sich die Banksparpläne aber auch gut für jüngere Sparer, die noch keine klaren Vorstellungen von ihrer zukünftigen Lebensplanung haben. Denn während eine Versicherungskündigung fast immer ein Verlustgeschäft ist, können Banksparpläne ohne finanziellen Schaden wieder aufgelöst werden. Nur die Fördergelder muss man in diesem Fall zurückzahlen. Das macht Banksparpläne nicht  nur zur günstigsten Lösung, sondern auch zur flexibelsten.        

Quelle: ntv.de, ino

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