Ratgeber

Freiwillige Steuererklärung Rückzieher bei Nachzahlung

Längst nicht jeder Arbeitnehmer muss eine Steuererklärung machen. Die meisten tun es dennoch, denn normalerweise lohnt sich der Aufwand. Allerdings nicht immer. Fordert das Finanzamt wider Erwarten Geld zurück, kann man die Steuererklärung einfach für null und nichtig erklären lassen.

Steuerklärung

In rund zehn Prozent aller Fälle fordert das Finanzamt Geld nach. Meistens betrifft das aber jene, die zur Steuererklärung verpflichtet sind.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Bis zum 31. Mai sollte die Steuererklärung für 2011 beim Finanzamt einlaufen, dann endet jedenfalls die Frist für alle, die sich ohne Hilfe eines Steuerberaters ans Werk machen. Viele Arbeitnehmer können sich den Aufwand allerdings sparen, denn längst nicht jeder ist zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet.

Bis zum Grundfreibetrag von 8004 Euro (bei Ehepaaren 16.008 Euro) sind ohnehin alle Einkünfte von der Steuer befreit. Hat man nicht mehr eingenommen – egal, auf welche Weise – braucht man auch keine Steuererklärung zu machen. Wer über den Freibetrag hinauskommt und Einnahmen aus selbstständiger Arbeit hat, muss die Steuererklärung auf jeden Fall abgeben.

Bei Arbeitnehmern wird die Lohnsteuer gleich bei der Gehaltsabrechnung einbehalten. Hier greift nur in bestimmten Fällen eine Abgabepflicht. Insbesondere dann, wenn man Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro erhalten hat, etwa Eltern-, Arbeitslosen- oder Krankengeld. Die 410 Euro-Grenze gilt auch für andere Einkünfte, etwa aus Mieteinnahmen oder einer gewerblichen Nebentätigkeit. Auch bei Abfindungen kommt man üblicherweise nicht um die Steuererklärung herum. Verpflichtend ist sie zudem für Angestellte, die bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt sind und für Ehegatten mit der Steuerklassenkombination III / V oder IV.

Vier Jahre Zeit

Es gibt noch diverse andere Fälle, in denen die Steuererklärung gesetzlich vorgeschrieben ist. Die meisten Steuerzahler geben ihre Steuererklärung aber freiwillig ab. Dazu hat man vier Jahre Zeit. Bis Ende 2012 kann man also noch die Steuererklärung für 2008 abgeben. In den meisten Fällen lohnt sich die Arbeit, oft schon allein wegen der Werbungskosten und absetzbarer Vorsorgeaufwendungen. Wer im vergangenen Jahr Nachwuchs bekommen oder geheiratet hat, darf ebenso mit einer Rückzahlung rechnen wie Ex-Paare, die sich haben scheiden lassen.

Im Schnitt hat die Steuererklärung im letzten Jahr rund 800 Euro eingebracht. Verlassen sollte man sich auf die Rückerstattung allerdings nicht. Im ungünstigsten Fall verlangt das Finanzamt eine Nachzahlung. Das Praktische daran: In diesem Fall kann man die Steuererklärung zurückziehen. Dazu genügt es, Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid einzulegen und den Antrag auf Veranlagung zurückzuziehen. Dazu hat man einen Monat nach Verkündung des Steuerbescheids Zeit. Bei einem Rückzug steht man so da, als hätte man die Erklärung nie abgegeben. Aber Vorsicht: Wahrscheinlich wird das Finanzamt in diesem Fall sehr genau prüfen, ob man nicht doch zur Steuererklärung verpflichtet ist.

Quelle: ntv.de, ino

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