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Zu viel bei Ebay verdient Sammler wird steuerpflichtig

Auf Privatverkäufe bei Ebay muss man normalerweise keine Steuern bezahlen. Nun fällt das Finanzgericht Köln ein Urteil, das Sammler interessieren dürfte. Wer viel handelt, könnte steuerpflichtig werden.

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Auch Privatverkäufer können ins Visier des Fiskus geraten.

(Foto: imago/Rüdiger Wölk)

Wer häufig bei Ebay verkauft, läuft Gefahr, dass sich das Finanzamt für die Einnahmen interessiert. Auch wenn man ausschließlich Gegenstände aus der eigenen Privatsammlung veräußert, muss man die Einnahmen möglicherweise versteuern. Das hat das Finanzgericht Köln entscheiden (Az.: 14 K 188/13).

In dem Fall ging es um eine umfangreiche Bierdeckelsammlung. Der Kläger hatte die Kollektion mit rund 320.000 Einzelteilen von seinem Vater geerbt. Er führte die Sammlung durch Zukäufe fort, doppelte Exemplare versteigerte er auf Ebay. Offenbar gab es reichlich Dopplungen, jedenfalls erzielte der Mann in den vergangenen Jahren Umsätze zwischen 18.000 und 66.000 Euro. Daraus bestritt der Sammler auch im Wesentlichen seinen Lebensunterhalt.

Der rege Handel blieb dem Fiskus nicht verborgen: Das Finanzamt schätzte den Gewinn auf 20 Prozent des Umsatzes und verlangte nicht nur Einkommensteuer, sondern auch eine entsprechende Umsatzsteuer. Doch die wollte der Mann nicht zahlen. Er sei schließlich Privatverkäufer und kein professioneller Händler, der Waren nur ankaufe, um sie wieder loszuschlagen. Er versteigere lediglich privat gesammelte Vermögensgegenstände. Und selbst wenn er als Gewerbetreibender anzusehen wäre, würde durch den Verkauf kein Gewinn entstehen, da Einlage- und Verkaufswert identisch seien.

Das sah das Finanzgericht nun aber anders.  Wegen seiner "intensiven und langjährigen Verkaufsaktivitäten" sei der Sammler als Unternehmer und Gewerbetreibender einzustufen. Er habe über viele Jahre Artikel erworben - entgeltlich oder unentgeltlich -, um sie weiterzuverkaufen. Seine Erlöse seien also gewerbliche Einkünfte. Der Fall sei auch nicht mit der Veräußerung einer kompletten Sammlung vergleichbar. Dafür müssen Privatleute nämlich keine Umsatzsteuer zahlen. Das hat der Bundesfinanzhof bereits 2012 geklärt. Damals hatte sich ein Briefmarkenliebhaber von großen Teilen seiner Sammlung getrennt.

Quelle: ntv.de, ino

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