Ratgeber

Keine Nachbesserung Schmerzensgeld bei verpfuschten Tattoos

Anker, chinesische Schriftzeichen, Sternchen oder Schmetterlinge: Erlaubt ist fast alles, was gefällt. Dabei kann der Tätowierer nicht für den schlechten Geschmack seines Auftraggebers haftbar gemacht werden - für handwerkliche Fehler hingegen schon.

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Nur die wenigsten durch Tattoos verzierten Körper schaffen es, derart vorzeigbar zu sein.

(Foto: Tattoo Inferno Kalender 2014)

Ein mangelhaft ausgeführtes Tattoo kann den Tätowierer zur Zahlung von Schmerzensgeld verpflichten, ohn e dass er die sonst übliche Gelegenheit zur Nachbesserung bekommt. Dies hat Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm entschieden (Az.: 12 U 151/13).

In dem verhandelten Fall hatte die spätere Klägerin den Inhaber eines Tattoostudios mit dem Erstellen einer Tätowierung beauftragt. Nach einem Entwurf tätowierte der spätere Beklagte daraufhin auf dem rechten Schulterblatt der Frau eine farbige Blüte nebst Ranken. Dabei brachte er die Farbe in zu tiefe Hautschichten ein. Die Tätowierung entsprach nicht mehr dem Entwurf, es kam zu Verkantungen, unregelmäßig dick ausgeführten Linien und Farbverläufen. Die Tätowierte verlangte deswegen ein Schmerzensgeld und lehnte es ab, die Tätowierung durch den Inhaber des Tattoostudios nachbessern zu lassen.

Mit Erfolg. Die Klage auf Schadensersatz und Schmerzensgeld wurde vom OLG Hamm zugelassen. Der Tätowierer schuldet der Frau damit ein Schmerzensgeld in Höhe von 750 Euro sowie Ersatz weiterer Schäden, die ihr aus der Beseitigung des Tattoos entstehen können.

Tatbestand der Körperverletzung

Das Stechen der Tätowierung sei tatbestandlich eine Körperverletzung, die im vorliegenden Fall nicht durch eine Einwilligung der Klägerin gerechtfertigt sei, urteilte das Gericht. Demnach ist die Klägerin mit einem technisch und gestalterisch mangelfreien Tattoo einverstanden gewesen, welches der zuvor gebilligten Skizze entsprochen habe. Ein solches habe der Tätowierer nicht ausgeführt, so das Gericht.

Die Frau könne sich das Tattoo mittels einer Laserbehandlung auf Kosten des Beklagten entfernen lassen. Auf eine Nachbesserung des Tätowierers, der angeboten hatte, die beanstandeten Stellen durch eine von ihm beauftragte Laserbehandlung entfernen zu lassen und dann selbst neu zu tätowieren, muss sich die Frau nicht einlassen. Eine derartige Nachbesserung ist ihr nicht zuzumuten, weiteren Arbeiten des Mannes muss sie angesichts des Umfangs der aufgetretenen Mängel und der notwendigen Nacharbeiten nicht vertrauen.

Da es um Arbeiten gehe, deren Duldung mit körperlichen Schmerzen verbunden sein und die – schlecht ausgeführt – gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen könnten, komme dem Vertrauen des Kunden in die Leistungsfähigkeit des Tätowierers eine besondere Bedeutung zu, befand das OLG.

Quelle: ntv.de, awi

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