Ratgeber

Auch Pappe hat Verfallsdatum So lange gilt Ihr Führerschein noch

927cfd852793de6199b1ed5bf5268c09.jpg

(Foto: dpa)

Die Fahrerlaubnis im Scheckkartenformat gilt nur noch 15 Jahre. Aber auch alle anderen 45 Millionen Führerscheine sollen früher ihre Gültigkeit verlieren. Doch was bedeutet dies für alte Fahrzeugklassen? Und wie sind die Fristen für die entsprechenden Jahrgänge?

Die gute Nachricht zuerst: Eine einmal erworbene Fahrerlaubnis bleibt in der Regel ein Leben lang gültig - sie verfällt nicht. Im Gegensatz zum Führerschein, also dem Dokument. Dieses ist bei Neuausstellung seit 2013 nach dem Willen der Europäischen Union nur noch 15 Jahre gültig und muss dann verlängert werden.

Aber auch ältere Fahrerlaubnisse bekommen ein Verfallsdatum, bis zu dem sie spätestens auf eigene Kosten umgetauscht werden müssen. Und das früher als geplant. Denn eigentlich sollten alle bis 2013 ausgestellten Führerscheine noch bis 2033 ihre Gültigkeit behalten. Doch nun sollen auf Empfehlung des Verkehrsausschusses im Bundesrat, abgestuft nach Geburtsjahrgängen, auch alle restlichen 45 Millionen Führerscheine vorzeitig ausgetauscht werden. Mit dem vorgezogenen Umtausch sollen die Behörden entlastet und das Verfahren entzerrt werden. Grund zur Eile besteht jedoch nicht. Der früheste Umtauschtermin liegt vermutlich nicht vor dem Jahr 2021.

Führerscheine bis 31.12.1998

fuehrerschein1.png

(Foto: Bundesrat)

Die 15 Millionen Fahrerlaubnisse, die bis zum 31. Dezember 1998 ausgestellt wurden, sollen nach einer Empfehlung des Verkehrsausschusses bis spätestens 2033 wie in der Grafik abgebildet aus dem Verkehr gezogen werden. Hier ist für das Umtauschdatum das Geburtsjahr des Führerscheininhabers ausschlaggebend. 

Führerscheine ab 1999

fuehrerschein2.png

(Foto: Bundesrat)

Die circa 30 Millionen Führerscheine, die ab 1999 ausgestellt wurden, müssten dann abgestuft je nach Ausstellungsjahr bis ebenfalls 2033 (siehe Grafik rechts) ersetzt werden. Hier ist das Jahr der Ausstellung maßgeblich.

Es ist davon auszugehen, dass der Bundesrat den Empfehlungen zeitnah folgen wird.

Umgetauscht werden kann der alte Führerschein (rosa beziehungsweise grauer Papierführerschein oder unbefristeter Kartenführerschein) per schriftlichem Antrag im Bürgerbüro der Stadtverwaltung oder in der Führerscheinstelle der Kreisverwaltung. Für den Umtausch des alten Dokuments benötigen Führerscheininhaber ein neues biometrisches Passbild, einen gültigen Personalausweis oder Reisepass sowie natürlich den alten Führerschein. Die Kosten liegen derzeit bei rund 40 Euro.

Gut zu wissen: Alte Führerscheine wie solche aus grauer oder rosa Pappe (Klasse 3) erlauben es den Inhabern mitunter auch, Lastwagen bis zu 7,5 Tonnen oder Leichtkrafträder bis 80 Kubikzentimeter zu fahren. Diese Möglichkeit besteht weiter, sofern die entsprechenden Vermerke bei der Neuausstellung übertragen werden. Dies geschieht automatisch. Aufpassen müssen nur Klein-Brummi-Fahrer ab 50 Jahren, denn mit dem halben Jahrhundert an Lebenszeit verfällt die Erlaubnis, entsprechende Fahrzeuge zu fahren. Wer trotzdem weiter mehr als nur einen PKW steuern möchte, muss dies bei der Zulassungsstelle ab dem 50. Geburtstag alle fünf Jahre neu beantragen - inklusive zweier ärztlicher Gutachten.      

Quelle: n-tv.de, awi

Mehr zum Thema